Tore: Bieli 0:1/1:2 (22./78.), Petrosyan 1:1 (34.), Dugic 1:3 (81.)

 

Nach mehreren (von meiner Seite) kurzfristig abgesagten Besuchen kam ich heute erstmals aus fussballerischen Gründen in den Zürcher Letzigrund, nachdem ich von einigen Jahren bereits Besucher des weltbekannten Leichtathletikmeetings in der Schweizer Metropole war. Auch aus meiner persönlichen Sicht als Aarau-Fan kein gewöhnliches Spiel: Schliesslich sass (nach der viel diskutierten Entlassung von Martin Rueda) erstmals Neo-Trainer Andy Egli auf der Aarauer Trainerbank.

 

 

Bereits nach sechs Minuten sorgte ein prominenter Neueinkauf auf Zürcher Seite namens Adrian Ilie mit einem harten Schuss an die Querlatte für grosse Aufregung im Aarauer Strafraum. Und dennoch durften die Aargauer zuerst jubeln: Nach einer herrlichen Kombination traf Rainer Bieli alleine vor FCZ-Torhüter Taini eiskalt zur umjubelten Aarauer Führung. Ein umstrittener Elfmeter ermöglichte den Stadtzürchern den glücklichen Ausgleich durch Petrosyan; und wenig später traf das Aarauer Talent Arnaud Bühler mit einem sehenswerten Weitschuss ebenfalls nur die Torumrandung.

 

 

Danach verlief die Begegnung ziemlich ereignislos (mit leichten Vorteilen für die Zürcher) – bis erneut Rainer Bieli in der 79. Minute seinen Auftritt hatte: Nach einer ungenügenden Abwehr der Zürcher Hintermannschaft versenkte er den Ball mit einem Fallrückzieher von der Strafraumgrenze unhaltbar im gegnerischen Gehäuse. Tor des Jahres! Der Widerstand der Zürcher war nun endgültig gebrochen: Nur zwei Minuten später traf der eingewechselte „Joker“ Dugic per Kopf zum alles entscheidenden 3:1 für die Gäste aus dem Aargau.

 

Die Stimmung der bekannten „Zürcher Südkurve“ war zu Spielbeginn ausgezeichnet (und lässt sich wohl nur von den Baslern übertreffen); mit der Zeit verblasste der Support jedoch immer mehr und verwandelte sich nach Spielschluss (wie so oft in Zürich) in gewalttätige Frustaktionen von einzelnen „Fans“ – muss nicht wirklich sein. Aus Aarau war eine stattliche Delegation nach Zürich gereist, die während der gesamten Spielzeit einen ordentlichen Support ablieferte.

 

 

Auch das Stadion Letzigrund, nach den beiden Neubauten in Basel und Genf der grösste Ground in der Schweiz, ist mehr als sehenswert: Gegenüber der grossen Haupttribüne befindet sich eine ebenso imposante (allein stehende) Tribüne mit roten und grünen Sitzen. Auch die beiden Hintertorseiten (Stehplätze) sind eine Augenweide, weil sie zur allgemeinen Verwunderung in der Mitte über einen Knick verfügen. Wie bereits erwähnt ist das Stadion jedoch vor allem für das internationale Leichtathletik-Meeting bekannt, wodurch die grosse Laufbahn als Negativpunkt in die Bewertung einfliesst.