Tore: Eduardo 1:0 (16.), Ianu 1:1 (70.)

 

Wenige Stunden nach der letzten schriftlichen Abiturprüfung sollte zur Erholung ein neuer Ground in der Region „abgehoppt“ werden: In Wohlen bot sich dabei das Challenge League-Spiel zwischen dem örtlichen Fussballverein und den Gästen aus dem südlichen Tessin an. Nach der frühen Ankunft auf der anderen Seite des Kanton Aargaus entwickelte sich jedoch eine mysteriöse Atmosphäre – bereits beim obligatorischen Schiessen der Groundfotos machte sich die beschränkte Sicht bemerkbar und wenige Minuten später konnte man keine zehn Meter weit mehr sehen.

 

 

Meine schlimmsten Befürchtungen schienen Tatsache zu werden, als die Verantwortlichen des Fussballverbands beim Anpfiff hilflos auf dem Rasen standen, um danach zu vermelden, dass der Spielbeginn erstmal um etwa 20 Minuten nach hinten verschoben wurde. Obwohl sich die Sichtverhältnisse in der Folge nur unwesentlich verbesserten, gab der Unparteiische das Spiel um 17.56 Uhr dennoch frei, was wohl insbesondere daran lag, dass sich die Gäste weigerten, die Nacht in Wohlen zu verbringen, um die Begegnung am kommenden Tag nachzuholen.

 

Verständlicherweise war die Partie für die erschienenen Zuschauer kein wahrer Genuss, da es dank der hartnäckigen und überaus dichten Nebelwand nicht möglich war, das komplette Spielfeld einzusehen. Weitaus schwieriger war die (Wetter-)Lage jedoch für die beiden winkenden Herren an der Linie: Der Schiedsrichter konnte seine fahnenschwenkenden Assistenten oftmals nur schwerlich erkennen, wodurch sich zahlreiche „lustige“ Szenen entwickelten – das Spiel lief teilweise mehrere Sekunden weiter, obwohl der Assistent bereits seit längerem eine Offside-Position angezeigt hatte.

 

 

Doch die aussengewöhnlichen Sichtverhältnisse schienen sich auch negativ auf die Leistung der beiden Mannschaften auszuwirken: Anders ist es nicht zu erklären, dass Nucera und Dos Santos den Ball nach einer Viertelstunde aus wenigen Metern nicht im verwaisten Gehäuse von Bellinzona unterbringen konnten.  Wenige Minuten später sorgten die beiden „Sünder“ mit einer schönen Kombination aber dennoch für die Führung der Gastgeber. Ein zweiter Treffer für Wohlen wurde wegen einer zweifelhaften Abseitsentscheidung aberkannt.

 

Die heimischen Angreifer liessen zahlreiche hervorragende Möglichkeiten aus und erhielten dafür die gerechte Strafe, als die erstarkten Gäste nach 70 Minuten zum inzwischen verdienten Ausgleich durch Ianu kamen. In Anwesenheit des (Noch-)Aarau-Trainers Alain Geiger durfte ich dann miterleben, wie der Schlussmann von Wohlen nur mit viel Glück einen weiteren Gegentreffer verhindern konnte, als er einen herrlichen Freistoss von Favre mirakulös gegen die Querlatte lenken konnte, bevor seine Vorderleute den Ball aus der Gefahrenzone schlugen.

 

 

Danach war die unüberschaubare Nebelschlacht in der „Paul-Walser-Stiftung“ überstanden, die den anwesenden Gastronomen aufgrund der unerträglichen Warterei sicherlich neue Rekordumsätze bescherte, aber keinem der beiden Teams weiterhelfen wird. Erwartungsgemäss konnte keine der beiden Equipen auf aktive Fanunterstützung zählen – die heimischen Supporter fielen immerhin durch zahlreiche Zaunfahnen und ein gelegentliches „Hopp Wohlen“ auf, während bei den Gästen gar keine Anhänger im Stadion ausgemacht werden konnten.

 

Übrigens: Der Ground mit der hübschen Holztribüne kann nur noch bis Ende Saison gemacht werden, bevor der FC Wohlen in das neu errichtete Sportzentrum Niedermatten umziehen wird.

 

Fazit: Kultige (Spiel-)Geschenisse auf einem besseren Sportplatz mit schöner Tribüne.