Tore: M’Futi 0:1 (16.), Niakasso 0:2 (45.), Wagner 1:2 (50.), Brugnoli 2:2 (54.), Mangane 2:3 (71.)

 

Die Heimspiele von unterklassigen Vereinen im nationalen Pokalwettbewerb bieten oftmals eine gute Gelegenheit, den entsprechenden Ground vor einer angemessenen Zuschauerkulisse zu besuchen, was zwar das wahre Bild des Vereins und deren Supporter teilweise (in positivem Sinne) verfälscht, aber immerhin eine interessante Partie garantiert. Mit dieser Hoffnung reiste ich an diesem angenehmen Nachmittag auch nach Winterthur – und ich sollte nicht enttäuscht werden.

 

 

Der oberklassige Gast aus dem Welschland machte von Anfang an einen sicheren und engagierten Eindruck, der sich nach einer Viertelstunde in einem verdienten Führungstreffer verwandeln sollte, als M’Futi völlig freistehend per Kopf zum 1:0 traf. Aber auch die furchtlosen Gastgeber zeigten sich danach einige Male in der Offensive, auch wenn sie die erarbeiteten Chancen teilweise kläglich vergaben. Und so war es den Gästen vorbehalten, wenige Sekunden vor der Pause den zweiten Treffer der Partie durch Niakasso zu bejubeln.

 

Nach dem Seitenwechsel wurden die erschienenen Zuschauer Zeugen eines komplett anderen Fussballspiels als in der ersten Hälfte. Insbesondere die Gastgeber schienen wie ausgewechselt aus der Kabine gekommen zu sein. In der 51. Minute liess Xamax-Keeper Bettoni einen Eckball aus den Händen gleiten, und nachdem ein Winterthur-Spieler aus zwei Metern nur den Pfosten traf, konnte Wagner schlussendlich den Ball doch zum Anschlusstreffer über die Linie drücken.

 

 

Und drei weitere Uhrenumdrehungen später hatten die bedingungslos kämpfenden Winterthurer doch tatsächlich den Ausgleich geschafft: Ein Freistossball von Brugnoli von der linken Seite flog unberührt an den Köpfen zahlreicher Spieler vorbei ins Tor der Neuenburger, wobei Schlussmann Bettoni auch hier nicht die beste Figur machte. Der aussergewöhnliche Spielverlauf weckte endlich auch beim heimischen Anhang erstmals Emotionen und die spannende Partie schien nun auf beide Seiten kippen zu können.

 

Aus dem Nichts kamen die Gäste nach 70 Minuten jedoch zum Siegestreffer: Bei einem der seltenen Angriffe von Neuchâtel Xamax konnte Schlussmann Hürzeler einen Kopfball nur in die Füsse von Mangane abwehren, der dieses Geschenk natürlich dankend annahm und den Gästen somit zu einem glücklichen Sieg verhalf.

 

 

Ein Wort zu den Zuschauern: Aus unbekannten Gründen waren die Supporter von Winterthur in zwei Gruppen getrennt, die sich hinter dem Tor resp. auf der Gegengerade postierten – keines der beiden Lager schien jedoch das Ziel zu haben, das eigene Team mit Gesängen zu unterstützen. Dazwischen befand sich die enttäuschend kleine Fangruppe der Neuenburger, die ebenfalls nur selten von sich hören machte.

 

Fazit: Interessante Begegnung ohne den verdienten Fansupport in schönem Ground.