Tore: Fischer 1:0 (34.), Aidoo 1:1 (63.), Kiessling 1:2 (89.)

 

Über den südbadischen Pokal konnte sich der heutige Gastgeber aus Teningen für die erste Runde des DFB-Pokals qualifizieren und erhielt mit dem Traditionsverein aus dem Frankenland den erhofft attraktiven Gegner zugelost. Zu meiner Überraschung wurde die Begegnung zwischen „David und Goliath“ im örtlichen Leichtathletikstadion ausgetragen, weil der eigentliche Ground der Teninger gerade renoviert wird.

 

 

Der grosse Gegner aus Nürnberg schien die Gastgeber zu Beginn jedoch mehr zu lähmen als zu beflügeln: Planlos und hektisch agierten die Südbadener und ermöglichten so den Gästen zahlreiche Torchancen, die jedoch allesamt ungenutzt blieben. Dann folgte die 34. Minute, die alles verändern sollte: Erstmals kamen die Teninger gefährlich über die Mittellinie; die herrliche Kombination brachte Fischer in ausgezeichnete Position – Schuss – Tor! Unter dem frenetischen Applaus der Einheimischen führte Teningen völlig überrascht mit 1:0. Auf der Gegenseite rannte Nürnberg weiter an, brachte bis zum Pausentee jedoch keinen Treffer mehr zustande.

 

 

Gleich nach dem Wiederanpfiff verpasste Teningen nach einem herrlichen Konter das (womöglich) entscheidende 2:0, als Chabbi nach optimalem Zuspiel am leeren Gehäuse der Nürnberger vorbeischoss. Es sollte der Anfang vom Ende sein: Die Gäste erhöhten den Druck merklich; doch erst die Einwechslung von Lawrence Aidoo machte den Unterschied – wenige Sekunden später traf der Joker zum 1:1! Und in der Schlussminute erzielte mit Kiessling ein weiterer Einwechselspieler per Kopf den Nürnberger Siegestreffer. „Fussball kann so grausam sein“, mag sich manch Einheimischer gedacht haben.

 

Anmerkung: Eine allfällige Verlängerung wäre wegen der fehlenden Flutlichtanlage und der einsetzenden Dunkelheit ziemlich schwer durchzuführen gewesen.

 

 

Die Stimmung war im Allgemeinen sehr enttäuschend: Die grosse Menge der angereisten Gästefans fiel nur zu Spielbeginn durch ein ansprechendes Doppelhalter-Intro und einige lautstarke Sprechchöre auf; ansonsten passten sich die FCN-Anhänger der schwachen Leistung ihrer Mannschaft nahtlos an. Bei den Teningern, die ihr Dasein ansonsten in der tristen Verbandsliga fristen, bestand die akustische Unterstützung verständlicherweise nur aus gelegentlichem Beklatschen von gelungenen Aktionen.

 

 

Das Emil-Schindler-Stadion in Teningen ist ein durchschnittlicher Leichtathletik-Ground, der auf beiden Längsseiten über zwei grössere Stufen sowie einen Graswall verfügt. Ansonsten ist kein weiterer Ausbau ersichtlich; um den Auflagen des deutschen Fussballbundes Folge zu leisten, wurden zahlreiche provisorische Massnahmen (Absperrung, etc.) vorgenommen.

 

Gleich nebenan liegt die wahre Heimat der Teninger namens Friedrich-Meyer-Stadion: Der Ground (siehe oben) ist auf einer Seite erstaunlich gut ausgebaut – fünf Steinstufen über die gesamte Länge, welche in der Mitte sogar überdacht sind.