Tore:  Moore 0:1 (9.), Miller 1:1 (19.), Henderson 1:2 (30.)


(die Fotos stammen von meinem ersten Besuch am 14. Februar 2004 gegen Cowdenbeath FC)


In die lange Liste der “aus ungeklärten Gründen abgesagten und später neu angesetzten“ Spiele gesellte sich kurzfristig auch die obige Begegnung, was mir die Möglichkeit gab, eine offene Rechnung zu begleichen. Schliesslich hatte ich den heutigen Ground vor wenigen Wochen als Abschluss einer mehrstündigen Odyssee durch Schottland bereits einmal für 30 Minuten effektive Spielzeit besucht, wodurch heute eine nüchterne Reise bevorstand, da ich (fast) allen enttäuschenden Begebenheiten bereits beim ersten Besuch begegnet war.

 

 

Trotzdem war der Wille „das schwächste Team im britischen Fussball“ (Zeitungszitat) live in Aktion zu sehen um einiges grösser als die Gesamtheit der negativen Einblicke des ersten Besuchs. Vielleicht erhoffte ich mir aber auch nur eine erholsame und torreiche Begegnung ohne hochstehendes Spielniveau. Diese berechtigte Hoffnung schien in den Startminuten direkt wahr zu werden: Die favorisierten Gäste nahmen das Spieldiktat vom Anpfiff weg in die Hand und gefährliche Chancen schienen nur noch eine Frage der Zeit.

 

Nach wenigen Spielminuten konnte ein Verteidiger von East Stirling noch für seinen geschlagenen Schlussmann auf der Linie klären; doch in der neunten Minute war der Ausgangsspielzeit endgültig Geschichte, als Moore eine Flanke mit dem Kopf verwerten konnte. Überraschenderweise schien der gewohnte Rückstand bei den Gastgebern ungewohnte Kräfte hervorzurufen: Sie näherten sich nun ihrerseits dem gegnerischen Gehäuse und neun Minuten nach dem Rückstand war das Spiel wieder beim Ausgangspunkt angelangt – Miller konnte völlig freistehend zum 1:1 einköpfen.

 

 

Der spielentscheidende Treffer, eine Kopie des ersten Treffers am heutigen Abend, nach 29 Minuten legte die gravierenden Schwächen der Gastgeber bei hohen Bällen offen, was einige Minuten später fast nochmals bestraft worden wäre, doch wiederum rettete ein Feldspieler auf der Torlinie. In der Offensive erhielt der Tabellenletzte nun sogar die freundliche Unterstützung der Gäste, als ein ungefährlicher Weitschuss von einem Stranraer-Verteidiger fast ins eigene Tor abgelenkt wurde.

 

Auch in der zweiten Halbzeit blieben die Gäste über weite Strecken die klar bessere Equipe, durch einzelne Nachlässigkeiten setzten sie die drei Punkte jedoch mehrere Male fahrlässig aufs Spiel. Und so musste sich der Torhüter der Gäste auch vereinzelt auszeichnen, was seine Vorderleute jedoch scheinbar nicht als Warnung verstanden, sondern weiterhin zahlreiche (Konter-)Chancen grosszügig ausliessen.

 

 

Schlussendlich blieb es jedoch beim äusserst glücklichen Sieg für Stranraer und „Shire“ ging wenigstens mit der Gewissheit nach Hause noch selten so nahe an einem Punktgewinn gewesen zu sein. Als Abschluss bleibt mir noch zu bemerken, dass sich wirklich alles der aktuellen Tabellenlage der Gastgeber angepasst hatte: Insbesondere die Verpflegung war heute kaum zu geniessen; aber auch die Kassier haben wohl schon alle Hoffnung aufgegeben, wurde doch nicht einmal der volle Eintritt verlangt.