Tore: Damm 0:1 (58.)

 

Die Schweizerischen Geografieexperten werden bei der gewählten Nachmittagsveranstaltung wohl nur ungläubig den Kopf schütteln, wo es auf die morgendliche Partie in der Region Zürich doch unzählige Folgespiele gegeben hätte. Die beschwerliche Reise in die Westschweiz wurde jedoch alternativ gewählt, weil dort ein Ground zu bestaunen war, der laut behördlicher Ankündigung bereits vor Monaten hätte abgerissen werden sollen.

 

 

Bis heute waren glücklicherweise noch keine Bulldozer aufgefahren, obwohl sich dies in Anbetracht des heutigen Trauerspiels am Neuenburgersee bestimmt einige Zuschauer gewünscht hätten: Im Stadion machte sich nach einer Viertelstunde kollektives Entsetzen breit, als den Einheimischen in der auffälligsten Aktion der ersten Hälfte ein glasklarer Elfmeter verwehrt wurde. Auf der Gegenseite sorgten die Gäste von Chênois immer wieder durch Standardsituationen für Gefahr im gegnerischen Strafraum – zu einem Torerfolg fehlte jeweils ein kaltblütiger Abschluss.

 

 

Äusserst entschlossen kamen die Genfer nach dem Wechsel wieder aus den Kabinen: Mehrmals musste die heimische Hintermannschaft in Extremis auf der Torlinie retten; bei den eigenen Offensivbemühungen sprang immerhin ein Pfostenschuss heraus. Kurz vor Ablauf einer Stunde ging Chênois verdientermassen in Führung – ein sehenswertes Durchspiel wurde von Damm eiskalt abgeschlossen. In der Folge rannten die Neuenburger erschreckend kopflos an und erreichten in einer hektischen Schlussphase (und trotz sieben Minuten Nachspielzeit) nichts Zählbares mehr.

 

 

Das Stadion im gleichnamigen Stadtteil Serrières überzeugt mit einem altertümlichen Charme: Eine alte Holztribüne (teilweise gesperrt) mit mehreren brüchigen Bankreihen wird umgeben von ebenso zerfallenen und überwachsenen Stehstufen in Form von alten Bahnschwellen, die auch auf einer Hintertorseite fortgeführt werden. Auf den beiden übrigen Seiten verlaufen zudem vier bzw. fünf flache Stehstufen neueren Datums. Anmerkung: Die traditionsreiche Anlage soll nun endgültig einer Fabrikerweiterung von Philip Morris weichen müssen…