Tore: Bunjaku 1:0 (15.), Bieli 1:1 (54.), Rohrer 1:2 (117./Eigentor!)

 

Die Glücksfee bescherte „meinem“ FC Aarau in der zweiten Runde des Swisscom-Cups, wie der Schweizer Pokal seit dieser Saison heisst, den erwartet unangenehmen Gegner. Die Wahl des FC Schaffhausen weckte Erinnerungen an die beiden letzten Pokal-Duelle, wo sich der Unterklassige jeweils im Elfmeterschiessen durchsetzen konnte. Immerhin ermöglichte es mir diese Auslosung einen neuen Schweizer Ground zu machen.

 

 

Die ersten Minuten liessen erahnen, wie anstrengend die kommenden Stunden für die Aarauer Spieler und Fans auf der Schaffhauser Breite werden würden. Die Aarauer sahen sich von Beginn weg ständig in der Defensive und mussten in der Folge, nach einem jämmerlichen Querschläger von Schmid, auch den ersten Gegentreffer hinnehmen – Bunjaku traf in der 15. Minute aus wenigen Metern.

 

Nun schienen auch die Gäste aus dem Rüebliland auf ihrem Tiefschlaf erwacht zu sein: Christ hämmerte einen Freistoss aus 30 Metern mit voller Wucht an die Latte; den Abpraller setzte De Napoli kläglich neben das Tor.

 

 

Danach liessen es die beiden Teams ein wenig ruhiger angehen; das Spieltempo wurde merklich langsamer und erfolgsversprechende Chancen waren ebenfalls Mangelware. Erst kurz vor der Halbzeitpause verursachte die Aarauer Seoane einen unnötigen Elfmeter an Neri. Der Gefoulte trat selber an...und setze den Ball zum Entsetzen der gelb-schwarzen Anhänger an den Pfosten – die Vorentscheidung war vertagt.

 

In der zweiten Halbzeit konnten die Aarauer den besseren Start verzeichnen. Zuerst scheiterte De Napoli mit seinem Kopfball noch am glänzend reagierenden Schaffhauser Schlussmann Herzog; beim Schuss von Bieli wenige Minuten später war er dann jedoch machtlos. Die Partie zeichnete sich nicht durch viele Chance aus; wenn es jedoch vor einem Tor gefährlich wurde, dann brannte es lichterloh: So auch bei der besten Möglichkeit für das Heimteam als Tonelli vor dem leeren Tor stehend nur den Pfosten traf. Ansonsten hatten sich die beiden Equipen wohl schon mit  dreissig weiteren (bitterkalten) Minuten abgefunden.

 

 

Auch in der Verlängerung ereignete sich ausser einer riskanten und gleichzeitig spektakulären Rettungstat von Gästetorhüter Colomba gegen den heranstürmenden Goalgetter Neri nichts mehr. In der 117. Minute ereignete sich dann Unglaubliches im Schaffhauser Stadion: Zum wiederholten Male spielte Aarau-Captain De Napoli eine Flanke in die Mitte und wieder einmal stand kein Mitspieler einschussbereit im Strafraum...aber immerhin der einheimische Verteidiger Rohrer, der den Aarauer die Arbeit abnahm und den Ball unhaltbar ins eigene Tor setzte. Abartig!

 

Enttäuschend war am heutigen Tag einzig der magere Zuschaueraufmarsch; die wenigen treuen Anhänger, die den Weg ins Stadion gefunden hatten, wurden dafür mit einer tollen Begegnung entschädigt. Die Stimmung in den Fanblocks hinter den beiden Toren war jedoch ziemlich gut, wobei die Aarauer auch hier leicht überlegen waren. Die Schaffhauser zeigten sich vor allem vor dem Anpfiff aktiv, als sie, in Anspielung auf den Kanton Aargau, eine „Rüebli-Choreo“ zeigten.

 

Fazit: Umkämpftes Cup-Spiel mit glücklichem Ausgang und guter Stimmung.