Tore: Clarkson 1:0 (15.)

 

(die obigen Fotos stammen vom 31. Januar 2004, als die geplante Partie abgesagt wurde)


Drei Wochen nachdem die Partie zwischen Motherwell und Aberdeen wegen eines durchnässten Spielfeldes abgesagt wurde, folgte heute ein zweiter Versuch den örtlichen Ground abzuhaken – doch auch heute hätte man die Begegnung aus Rücksichtnahme auf die zahlenden Zuschauer lieber nicht angepfiffen: Es sollte sich wieder einmal bestätigen, dass Spiele der schottischen Premier League ohne Beteiligung der Old Firm-Teams kaum höheren Ansprüchen genügen.

 

 

Nach längerem Abtasten führte bereits die erste aussichtsreiche Torchance zum alles erscheinenden Treffer am heutigen Nachmittag: Quinn köpfte den Ball nach Ablauf einer Viertelstunde mühelos ins gegnerische Tor, nachdem er bei der genauen Flanke seines Mitspielers von der Kilmarnock-Verteidigung sträflich allein gelassen wurde. Es sollte ein einsamer Höhepunkt in der ersten Halbzeit bleiben, was doch einen ersten negativen Eindruck zum Spiel vermittelt.

 

Die ersten zehn Minuten nach dem Seitenwechsel können durchaus als die aufregendste Phase der kompletten Partie beschrieben werden: Auch wenn hier gefährliche Möglichkeiten ebenfalls Mangelware blieben, so beinhaltete die Begegnung nun einen erfrischenden Schwung: Innerhalb kürzester Zeit tauchten beide Equipen abwechselnd vor dem gegnerischen Gehäuse auf, ohne jedoch eine wahre Bedrohung für den geforderten Schlussmann darzustellen.

 

 

In der Schlussphase schienen die ansonsten schweigsamen Supporter von Motherwell sogar so verzweifelt, dass sie zu singen begannen (!) – immerhin war ihre Mannschaft trotz enttäuschender Leistung auf dem Weg drei Punkte einzufahren. Die angereisten Anhänger von Kilmarnock, welche in der ersten Halbzeit noch tapfer in Kleingruppen für Stimmung gesorgt hatten, schlossen sich inzwischen der Leistung ihres Teams an und verweigerten jegliche Unterstützung.

 

Der Schiedsrichter bestrafte die Zuschauer am Ende noch mit drei Minuten Nachspielzeit, bevor schlussendlich alle von ihren Qualen erlöst wurden. Am darauf folgenden Tag durfte ich in einer schottischen Tageszeitung einen Kommentar lesen, der das Spiel optimal zusammenfasst: “How awful was it? From start to finish, it was 93 excruciating minutes of pure, unadulterated dross.” Und die zahlreichen Erfrierungserscheinungen während der Partie sind hierbei noch gar nicht berücksichtigt.

 

 

Und da war noch die Sache mit dem nicht vorhandenen Ticket: Inzwischen habe ich bemerkt, dass Eintrittskarten im schottischen Fussball oftmals gar nicht nötig sind, da die installierten Drehkreuze ohne Bezahlen gar nicht passierbar sind und die Sitze aufgrund des geringen Zuschauerzuspruchs auch nicht nummeriert sind. Somit erhält man nur ein Ticket, wenn man es über den Vorverkauf erwirbt; ansonsten muss man sich die gewünschte Karte (so wie ich heute) halt über einen anderen Matchbesucher besorgen.