Tore: Lapeschi 0:1 (48.)

 

Am Tag der deutschen Einheit war ein Doppler im Süden der Republik geplant: Nach der Partie in Mannheim sollte das Freitagsspiel der 2. Bundesliga zwischen Karlsruhe und Cottbus folgen. Diese Idee musste jedoch bereits noch vor dem Anpfiff im Carl-Benz-Stadion verworfen werden – das Schiedsrichtergespann der ersten Begegnung blieb auf der Anreise zum Spiel leider im Stau stecken, wodurch die Partie erst mit mehr 45 Minuten Verzögerung angepfiffen werden konnte, was mir wiederum einen pünktlichen Zweitbesuch am heutigen Tag verunmöglichte.

 

 

Der verspätete Anpfiff schien sich auch auf die Mannheimer Spieler nicht positiv auszuwirken – sie begannen zurückhaltend und nervös, währenddessen die Gäste aus Bonlanden aggressiv ans Werk gingen, jedoch in der Offensive harmlos blieben. Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten konnten sich die Gastgeber mit der Zeit im gegnerischen Strafraum festsetzen. Durch einige Unstimmigkeiten in der Abwehr der Gäste kamen die Waldhöfer zu einigen hochkarätigen Chancen, die jedoch alle vom herausragenden Torhüter zu Nichte gemacht wurden.

 

Und wenn sich dann auch der Torhüter geschlagen geben musste, verhinderten Pech und Unvermögen einen Torerfolg der Mannheimer: So verpasste Atik mit seinem Weitschuss das Ziel nur knapp – und ein weiterer Schuss von Göhring konnte auf der Torlinie abgewehrt werden. So ging es also mit einem torlosen Unentschieden in die Halbzeitpause. Und als Waldhof-Anhänger konnte man nur hoffen, dass sich die vergebenen Chancen nicht noch rächen würden.

 

 

Es waren noch nicht mal drei Minuten in der zweiten Halbzeit vergangen und schon drohte sich das gesamte, befürchtete Unheil über dem Carl-Benz-Stadion auszubreiten: Die Gäste gingen durch einen kuriosen Treffer überraschend mit 1:0 in Führung. Lapeschi erkämpfte sich den Ball in der Mannheimer Platzhälfte und schlug denselbigen in Richtung Tor. Der Ball klatsche zuerst an die Querlatte, dann an den Rücken des überraschten SVW-Torhüters Ferhatovic und dort zum Entsetzen der meisten Fans ins Mannheimer Tor.

 

Kurze Zeit später hatten die Gäste aus Bonlanden eine weitere Chance zum Ausbau der Führung, doch diesmal hielt der heimische Keeper hervorragend und machte somit seinen Fehler (zumindest teilweise) wieder gut. Damit schienen jedoch die Offensivbemühungen der Gäste aus Filderstadt für heute ein Ende zu haben – mit der Führung im Rücken zogen sie sich weiter in die Abwehr zurück.

 

 

In den verbleibenden 30 Minuten wurden die Zuschauer Zeugen eines verzweifelten Anrennens der Mannheimer auf das verriegelte Tor der Gäste. Die Gastgeber konnten sich jedoch kaum weitere Chancen erarbeiten, da sie oft zu umständlich spielten oder zu wenig konsequent den Abschluss suchten. Die Unparteiischen trugen mit ihren zweifelhaften (Abseits-)Entscheidungen ihren Teil dazu bei. So kam die Mannschaft des SV Bonlanden zu einem glücklichen, aber verdienten Sieg, während der Aufstiegsaspirant aus Mannheim die zweite Niederlage in Folge einstecken muss.

 

Zum begeisterungsfähigen Publikum in Mannheim, von welchem sich mancher Zweitligaverein eine Scheibe abschneiden kann, gibt es zu sagen, dass der Support von der Ostkurve in der ersten Halbzeit sehr lautstark und regelmässig war; nach dem Gegentor jedoch nahm die Unterstützung der Fans jedoch merklich ab. Gästefans schienen während der Partie keine anwesend.