Tore: Hoogma 1:0 (3.), Cardoso 2:0 (12.), Takahara 3:0 (18.), Amoroso 3:1 (24.), Koller 3:2 (61.), Beinlich 4:2 (68.)

 

Kurzfristig hatte ich mich entschlossen auf meiner Hopping-Tour nach Köln einen kurzen Abstecher zum Ligapokal-Final nach Mainz zu machen, wo der Hamburger SV auf die Borussia aus Dortmund traf. Da die einzelnen (Sitzplatz-)Tribünen bereits ausverkauft waren, habe ich mir mein Ticket kurzerhand über eBay ersteigert. Erstaunlicherweise war vor allem die Haupttribüne nicht besonders gut besetzt, obwohl sie bereits eine Woche vor dem Spiel als ausverkauft gemeldet wurde.

 

 

Vor dem Spiel schienen die Dortmunder Anhänger (auch stimmungsmässig) in der Überzahl zu sein; dies änderte sich nach dem Anpfiff jedoch ziemlich schnell. Von der ersten Sekunde an drückten die Norddeutschen auf das gegnerische Tor und dementsprechend aktiver wurden auch die mitgereisten Anhänger. Bereits in der ersten Minute musste BVB-Torhüter Weidenfeller nach einem Takahara-Schuss eingreifen, um einen frühen Rückstand zu verhindern. Beim anschliessenden Eckball gabs allerdings nichts mehr zu halten: HSV-Capitan Hoogma köpfte den Ball freistehend aus fünf Metern ins Dortmunder Tor.

 

Und die Hamburger machen munter weiter – die BVB-Spieler konnten den schnellen Angriffen vorerst nichts entgegensetzen: Zehn Minuten nach dem Führungstreffer zirkelte Cardoso bei einen Freistoss aus 20 Metern den Ball unhaltbar in den rechten Winkel. Wenig später liess Weidenfeller die Kugel nach einem Schuss von Rahn abklatschen; der Japaner Takahara konnte den Abpraller zum 3:0 verwerten. Bereits nach zwanzig Minuten schien das Spiel entschieden gewesen zu sein.

 

 

Auch wenn sich die HSV-Spieler danach ein wenig zurückzogen, behielten sie dennoch das Spieldiktat und liessen den Borussen mit ihrem geschickten und erfrischenden Kombinationsfussball keine Chance. Erst als Borussia Dortmund dank einem Elfmetertor in der 24. Minute durch Amoroso verkürzen konnten, kamen sie besser ins Spiel. Die zahlreichen Chancen vor der Pause konnten jedoch nicht genutzt werden und so mussten die Borussen weiterhin auf den wichtigen Anschlusstreffer warten.

 

Zu Beginn der zweiten Halbzeit konnten die beiden Mannschaften nicht mehr ganz an die Leistung der ersten 45 Minuten anknüpfen. Die Dortmunder schienen jedoch (wie bereits am Ende der ersten Halbzeit) optisch überlegen und so konnte nach genau einer Stunde Spielzeit der Anschlusstreffer durch Jan Koller bejubelt werden. Bereits wenige Minuten später sorgte der Hamburger Neueinkauf Stefan „Paule“ Beinlich dann jedoch für die endgültige Entscheidung, als er einen Freistoss von rechts aussen im Dortmunder Tor versenkte.

 

 

In der Folge vermöchten die Spieler von Borussia Dortmund vielfach nur noch mit unsportlichen Aktionen auf sich aufmerksam machen. Wenig überraschend war dabei auch die Reaktion der Zuschauer auf das Verhalten der BVB’ler: Zu Beginn des Spiels war der grösste Teil der Zuschauer noch als neutral zu bezeichnen – in der Mitte der zweiten Halbzeit schienen plötzlich alle zu HSV-Symphatisanten mutiert zu sein, was u.a. auch daran lag, dass der Unparteiische oft die Hamburger benachteiligte.

 

Den unsportliche Höhepunkt erreichte die unterhaltsame Partie jedoch erst in der Nachspielzeit: Nach einem groben Foulspiel wurde der Dortmunder Otto Addo vom Schiedsrichter des Feldes verwiesen. Sein Teamkollege Sebastian Kehl attackierte daraufhin den Schiedsrichter und wurde ebenfalls zu Recht mit der roten Karte belegt. Nach dem Schlusspfiff erfolgte die Pokalübergabe an den Hamburger Sportverein, der von den Zuschauern frenetisch gefeiert wurde.