Tore: Colatrella 0:1 (ET/17.), Vincentin 0:2 (50.), Izzo 1:2 (69.), Veselinovic 1:3 (80.)

 

Bei Spielbeginn waren die erstaunten Augen der meisten einheimischen Besucher ungläubig auf die Geschehnisse auf der Haupttribüne gerichtet, wo die angereisten Fans aus dem Tessin eine grössere Menge an Fackeln und Rauchpulver zündeten. Trotz leichter Sichtbehinderung wurde die Begegnung pünktlich angepfiffen; auch wenn sich die örtlichen Verantwortlichen bereits nach der Polizei erkundigten.

 

 

Die Luzerner starteten eindeutig besser in die Partie und hatten nach zehn Minuten eine riesige Möglichkeit, als der heimische Stürmer das leere Tor aus zwei (!) Metern verfehlte. Auf der Gegenseite führte eine harmlose Flanke zum überraschenden Führungstreffer für die LuganesiColatrella hatte das runde Leder unbedrängt ins eigene Gehäuse geköpft. Trotz leichter Überlegenheit der Gäste gehörte die beste Chance in der ersten Hälfte den Gastgeber: Der überforderte Schiedsrichter verwehrte ihnen jedoch den Ausgleichstreffer mit einer sehr fraglichen Abseitsentscheidung.

 

 

Auch die erste Fehlentscheidung nach der Pause fiel wiederum zugunsten der Gäste: Der zweite Treffer durch einen Flachschuss von Vincentin fiel aus stark abseitsverdächtiger Position. Der Mann an der Linie schien wohl von der tobenden Fanmassen aus Lugano so eingeschüchtert sein, dass strittige Abseitsentscheidungen konsequent zugunsten der Tessiner gepfiffen wurde. Auf den Rängen liessen die Lugano-Supporter ihrer Freude freien Lauf – minutenlang wurden Raketen und andere Geschosse abgefeuert, was den Unparteiischen (richtigerweise) dazu bewegte, die Partie zu unterbrechen; erst nach dem verspäteten Eintreffen der Polizei beruhigte sich die Lage wieder.

 

Die Luzerner verzeichneten nach dem Unterbruch ihre stärkste Phase und durften nach 69 Minuten ebenfalls zum ersten Mal jubeln, als Izzo alleine vor dem gegnerischen Keeper zum 1:2 traf. Inmitten der Kickers-Druckphase schafften die Gäste jedoch die endgültige Vorentscheidung – und, welch Wunder, auch der dritte Treffer für Lugano war aus regeltechnischer Sicht mehr als fragwürdig. Kurz vor dem Schlusspfiff wurde zudem Ramondetta (Lugano) wegen einer Tätlichkeit frühzeitig unter die Dusche geschickt.

 

 

Über die sehenswerten Aktion der Lugano-Anhänger wurde bereits auf den vorherigen Zeilen zu Genüge berichtet – zweifelsfrei bilden die Fans des ehemaligen Nationalliga A-Verein eine klare Bereicherung für die zweite Liga interregioal (auch wenn es für manche Verantwortliche eher eine Überforderung zu sein scheint). Die einheimischen Sympathisanten verbrauchten ihre Energie übrigens mehrheitlich, um sich über die gegnerischen Fans zu ärgern.

 

Gesamtkosten (ab Gelterkinden): 21.50 Franken (= ca. 14 Euro)

Zugfahrt nach Luzern (10.50 Franken) / Tagespass Verkehrsbetriebe Luzern (6 Franken)

Eintritt Erwachsene (regulär: 10 Franken) / ein Hamburger (5 Franken)