Tore: Bernsteiner 0:1 (62.), Hartter 1:1 (88.), Hobel 2:1 (95.)

 

Das Bundesland Vorarlberg stellt verglichen mit seiner flächen- und bevölkerungsmässigen Grösse eine stattliche Anzahl aller Mannschaften in den beiden obersten Ligen in Österreich. Unter gütiger Mithilfe der empfehlenswerten Jugend-Feriennetzkarte, die alle Junggebliebenen (bis 20 Jahre) für nur 29 Euro in unbegrenzten Masse zwischen Anfangs Juli und Mitte September quer durch die Republik reisen lässt, sollte nach Bregenz und Altach auch dem letzten verbliebenen Verein im Ländle die Ehre erwiesen werden.

 

 

Es wäre vermessen am zweiten Spieltag bereits von einem Spitzenspiel zu reden, wenn der Tabellenführer auf seiner ärgsten Verfolger trifft; dennoch sorgten die beiden heutigen Konkurrenten in der letzten Woche für Furore, indem sie die Aufstiegsaspiranten aus Kärtnen (0:2 in Leoben) und Ried (1:4 gegen Lustenau) besiegten. Heute konnten die Gastgeber den besseren Start verzeichnen – Seoane traf nach zwölf Minuten jedoch nur den Pfosten. Die Vorarlberger blieben in der Folge die spiel bestimmende Mannschaft und verzeichneten kurz vor dem Seitenwechsel einen weiteren Aluminium-Treffer; im Nachschuss scheiterte wiederum Seoane mit einem sehenswerten Fallrückzieher ebenfalls nur knapp.

 

 

Auch in der zweiten Hälfte hatten die Lustenauer das Geschehen scheinbar mühelos unter Kontrolle; zumindest bis zur 62. Minute - aus heiterem Himmel durften die Gäste aus Leoben den glücklichen Führungstreffer durch Bernsteiner nach einem schönen Eckball bejubeln. Leicht verzweifelt warfen die „Austrianer“ nun alles nach vorne: Nach zahlreichen missglückten Versuchen war es schliesslich Hartter, der mit einem präzisen Flachschuss verdientermassen ausgleichen konnte. Die dramatische Schlussphase brachte den Gastgebern sogar noch den wichtigen Siegestreffer: Nach einem Foul des Leoben-Keepers konnte Hobel in der fünften Minute der Nachspielzeit eiskalt den entscheidenden Strafstoss versenken.

 

Die Supporter von Austria Lustenau haben sich mit ihrem Support übrigens von meiner Seite die Auszeichnung „Nummer Eins im Ländle“ verdient – kein Vergleich zu Bregenz oder Altach. Hinter dem Tor sorgte eine grössere Gruppe während der gesamten Begegnung für einen hörbaren Support. Zuvor konnte sich bereits das Intro mit einigen Doppelhaltern und zahlreichen Luftballons in den grünweissen Clubfarben sehen lassen. Aus Leoben befanden sich keine Anhänger im Stadion – oder sie gaben sich zumindest nicht zu erkennen!

 

 

Die Haupttribüne des Lustenauer Reichshofstadions ist ein überlanges Gebilde, welches erst auf die neue Saison hin komplett mit grünen Schalensitzen ausgestattet wurde. Hoch interessant auch die drei übrigen Seiten des Grounds: Es handelt sich dabei jeweils um (nicht-)provisorische Stahlkonstruktionen (mit Stehplätzen), die jeweils auf die vorhandene LA-Bahn gestellt wurden und den Ground somit zum reinen Fussballstadion machen. Zudem ist eine Hintertortribüne (teilweise) überdacht und die Gegenseite (wegen nicht vorhandenem Zuschaueraufkommen) zum momentanen Zeitpunkt gar nicht betretbar; auch wenn sich die heutige Zuschauerzahl durchaus sehen lassen kann.

 

 

Bereits vor dem heutigen Spiel im Grenzstädtchen Lustenau wurde auch dem Ground des Lokalrivalen FC 07 Lustenau ein Besuch abgestattet. Das Stadion an der Holzstrasse war, nach „zufälliger“ Entdeckung, nicht einmal komplett verschlossen, wodurch auch im Innern einige Fotos geschossen werden konnten – sehenswert ist jedoch nur die baufällige Haupttribüne (siehe oben); ansonsten ist mit Ausnahme der provisorischen Einrichtungen für Film und Fernsehen kein Ausbau ersichtlich. Nach dem Abstieg aus der Red Zac Erste Liga spielt der FC 07 Lustenau übrigens wieder im Heimground an der Holzstrasse, nachdem zuletzt öfters ins Reichshofstadion ausgewichen wurde.