Tore: Bättig 0:1 (55.), Bugnard 1:1 (67.)

 

Die 2. Runde im Schweizer Cup, zum grössten Teil im Zeichen des ewigen Duells zwischen David und Goliath stehend, brachte einige spannende Partien mit sich. Dazu gehörte zweifelsfrei auch die Begegnung zwischen dem Challenge League-Verein AC Lugano (seines Zeichens der (in)direkte Nachfolgeverein des insolventen Spitzenvereins namens FC Lugano) und dem FC Aarau aus der obersten Spielklasse. Aus persönlicher Sicht sollten dabei eine kultige Reise in die „Sonnenstube der Schweiz“ sowie der erste Ground im Tessin herausspringen.

 

 

Die Aarau dominierten die Startphase klar und scheiterten mehrmals nur sehr knapp; doch die grösste Chance gehörte den Gastgeberm – Gästekeeper Colomba sah sich nach zögerlichem Eingreifen bereits geschlagen, konnte die brenzlige Situation (unter Mithilfe des herbeigeeilten Verteidigers) schlussendlich aber in extremis klären. In der Folge bleiben auf beiden Seiten einige aussichtsreiche Möglichkeiten ungenutzt; bei den Luganesi bildeten vor allem die schnellen Konter einen ständigen Gefahrenherd.

 

Die Gäste aus dem Aargau spielten ihre Überlegenheit auch nach dem Seitenwechsel aus und kamen nach 55 Minuten zum verdienten Führungstreffer – Opango konnte sich auf der rechten Seite durchsetzen und bediente von der Grundlinie den mitgelaufenen Bättig, der aus dreizehn Metern ins linke Eck traf. Doch nur zehn Minuten später machten sich die Aarauer des (einfache) Leben selber schwer: Ein katastrophaler Rückpass von Wardanjan konnte von Vanetta nur noch mit einem Foul ausgebügelt werden – Bugnard traf vom Elfmeterpunkt zum mehr als glücklichen Ausgleich.

 

 

Eher unverständlich, dass der Aarauer Trainer Andy Egli im Anschluss an den Gegentreffer mit Sesa und Menezes zwei der besten Spieler am heutigen Nachmittag vom Feld nahm – die eingewechselten Bieli und Bekiri konnten jedenfalls keine Akzente mehr setzen. Die Leistung der Gäste war nun kaum mehr von der enttäuschenden Vorstellung der Tessiner zu unterscheiden; daraus resultiere eine zusätzliche Trainingseinheit im Forum der pokalüblichen Verlängerung, die jedoch erwartungsgemäss auch ohne nennenswerte Aktion verstrich. Die Elfmeter-Lotterie musste entscheiden...

 

Bereits nach zwei Elfmetern (pro Team) hatten die Gäste aus dem Aargau alle Vorteile auf ihrer Seite, weil die beiden Lugano-Spieler jeweils nur den Pfosten trafen. Da in der Folge jedoch auch Giallanza (Latte) und Simo scheiterten, gestaltete sich dieses Penaltyschiessen wieder ausgeglichen. Als bei Carlos Varela, dem zehnten (!) Schützen auf Aarauer Seite, die Nerven versagten, schienen die Luganesi bereits mit einem Bein im Achtelfinale zu stehen – doch auch der eingewechselte Penzavalli brachte das runde Leder nicht an Keeper Colomba vorbei, der sich den Ball nun selbst zurechtlegte und zur erneuten Aarauer Führung traf. Auch der heimische Torhüter wollte sich nun als Torschütze profilieren: Mit einem kurzen Anlauf hämmerte er den Ball aufs Tor; auch Colomba war bereits geschlagen, doch…Latte! Fertig! Ende! Aus! Um 18.22 Uhr stand der FC Aarau nach langem Kampf verdient in der nächsten Cup-Runde.

 

 

Im Allgemeinen war der Zuschaueraufmarsch sehr enttäuschend – nicht einmal die vierstellige Marke konnte geknackt werden. An den Gästen aus Aarau wird es nicht gelegen haben: 200 Anhänger sorgten durchgehend für eine gute Stimmung. Beim Einmarsch der beiden Mannschaften zeigten sie ein Intro mit schwarzen Luftballons; und nach dem Seitenwechsel folgte eine ansehendliche Pyroshow bestehend aus ungefähr zehn Fackeln. Ungefähr zwanzig Leute liessen sich eindeutig als aktive Lugano-Fans identifizieren, die jedoch nur am Anfang zu hören waren. Neben einem Transparent („Spacciatore fermato rilasciato ultras condannato!“) wurde auch von den heimischen Anhängern kurz nach Spielschluss ein wenig gezündet.

 

 

Die Haupttribüne des „Stadio Cornaredo“ ist in der Mitte überdacht und mit grünen (innen) und orangen Sitzschalen (aussen) bestückt. Ganz aussen befinden sich zudem weitere Sitzmöglichkeiten in hellblauer Farbe, die jedoch nicht überdacht sind. Vor der Tribüne verlaufen mehrere grosse Stufen, die in die beiden Kurven übergehen, wo die Entfernung zum Spielfeld (wegen der LA-Bahn) jedoch störend gross ist. Auf der Gegenseite thront eine weitere imposante Tribüne, die abwechslungsweise mit hell- und dunkelblauen Sitzen ausgestattet ist und sich nahezu über die komplette Länge zieht.