Tore: O’Brien 1:0 (26.)


Diese Ansetzung kam erst kurzfristig zustande, nachdem sich die beiden Teams zehn Tage zuvor in ihrem ersten Aufeinandertreffen im Viertelfinale des schottischen Pokals auf ein Unentschieden geeinigt hatten, was automatisch ein Wiederholungsspiel im gegnerischen Ground nach sich zieht. Besonders für die heutigen Gastgeber kam diese Zusatzeinheit nur wenige Tage nach ihrem Triumph im Liga-Pokal ziemlich ungelegen.

 

 

Tatsächlich wirkten die „Lions“ zu Beginn müde und passiv, was Aberdeen einige gute Möglichkeiten durch Weitschüsse einbrachte, die jedoch allesamt vom Keeper mühelos entschärft werden konnten, sofern die Versuche überhaupt Richtung Tor flogen. Der Schlussmann der Gäste musste, mit Ausnahme einiger Rückpässe seiner Vorderleute, noch nicht ins Spielgeschehen eingreifen.

 

Und mit einem ersten unnötigen Versuch von Arbeitsbeschaffung verursachte der Aberdeen-Keeper nach 26 Minuten den einzigen Treffer am heutigen Abend: Bei einem ungestümen Versuch einen Ball ausserhalb des Strafraums aus der Gefahrenzone zu kicken, kollidierte er mit zwei ebenfalls herangeeilten Spielern der beiden Teams. Der missglückte Befreiungsschlag wurde nahe der Mittellinie von O’Brien abgefangen und aus 30 Metern im verwaisten Gehäuse untergebracht.

 

 

Die Gäste reagierten mit verstärkten Angriffen auf den unglücklichen Rückstand: Ein abgefälschter Weitschuss flog nur knapp am leeren Tor vorbei, nachdem sich der Torhüter von Livingston bereits in die andere Torecke bewegt hatte. Und der anschliessende Eckball konnte ebenfalls fast in einem Gästetreffer umgewandelt werden, als eine scharfe Direktabnahme nur wenige Zentimeter über das Lattenkreuz strich. Schlussendlich konnten die Gastgeber ihren minimalen Vorsprung jedoch in die Halbzeitpause retten.

 

Auch in der zweiten Hälfte blieben die „Dons“ aus Aberdeen klar die spielbestimmende Mannschaft, auch wenn sie sich nur noch selten vielversprechende Chancen erspielen konnten. Und als Diamond einen der wenigen Konter von Livingston nur regelwidrig bremsen konnte und dafür nach 64 Minuten richtigerweise unter die Dusche geschickt wurde, schien bei den Gästen alle Hoffnung auf einen Sieg verflogen.

 

 

Dies machte sich nun auch auf den Rängen bemerkbar: Nachdem die respektable Anzahl der angereisten Supporter aus dem Norden in den ersten 45 Minuten nach mit zahlreichen Gesängen zu überzeugen vermochte, liessen sie in der zweiten Hälfte analog zu ihrem Team stark nach. Die heimischen Fans schienen sowieso nur dann für Stimmung zu sorgen, wenn sie vom Stadionsprecher dazu aufgefordert wurden.

 

Auch die letzte Chance der Begegnung gehörte den Gästen; doch der verzweifelte Versuch durch einen weiteren Weitschuss eine Verlängerung zu erzwingen, verpasste das gegnerische Gehäuse zum wiederholten Male nur knapp, wodurch Livingston am Ende gegen zehn Gäste zu einem mehr als glücklichen Sieg kam und sich nun auf ein weiteres interessantes Pokalduell gegen die „Celts“ aus Glasgow freuen darf.