Tore: de Boer 0:1 (63.), Arveladze 0:2 (68.)

 

Momentan kann ich mich nicht gegen den Vorwurf wehren, zumindest ansatzweise zu einem Rangers-Hopper mutiert zu sein. Immerhin handelt es sich bei der angesetzten Partie bereits um meinen dritten Spielbesuch mit Beteiligung der Glasgow Rangers innerhalb von sieben Tagen, was jedoch insbesondere damit zu begründen ist, dass die Spiele der beiden „Old Firm-Teams“ oftmals an einem anderen Tag angesetzt werden als die restlichen Begegnungen der laufenden Runde.

 

 

Meine „Verliebtheit“ zur zweitbesten Mannschaft des Landes ist jedoch insofern überraschend, weil die Leistungen der Rangers in den vergangenen Wochen eher erbärmlich als wunderbar waren, was sich heute jedoch zumindest ansatzweise ändern sollte…! Kaum hatten sich die zahlreich erschienenen Zuschauer auf den Rängen installiert, platzierte der Gäste-Angreifer Frank de Boer den Ball bereits erstmals im gegnerischen Tor – der Treffer wurde jedoch wegen einer vermeintlichen Abseitsposition aberkannt.

 

Auf der Gegenseite schockte Kilmarnock-Stürmer Hardie das Publikum, welches zum grössten Teil aus Rangers-Supportern bestand, mit einer herrlichen Direktabnahme, die lautstark gegen die Querlatte knallte. Dennoch zeigten sich die Glasgower insgesamt als die spielbestimmende Mannschaft – die herausgespielten Chancen wurden jedoch sehr fahrlässig vergeben: De Boer setzte einen Kopfball freistehend an den Latte; den darauf folgenden Abpraller setzte der Holländer höchstpersönlich in den Wolken, obwohl der gegnerische Keeper bereits geschlagen am Boden lag.

 

 

Nach dem Seitenwechsel verhinderte der Fussballgott (zumindest vorerst) einen Rückstand der heimischen „Killies“ – Rangers-Skorer Arveladze traf nach schöner Vorarbeit von Ricksen wiederum nur die Torumrandung. Diese Szene sollte sich 15 Minuten später wiederholen, jedoch mit anderen Protagonisten und unterschiedlichem Erfolg – diesmal versuchte sich De Boer nach einem Angriff über die Flügel mit einer Direktabnahme und er hämmerte den Ball unhaltbar unter die Latte - die längst fällige Führung für die Gäste war endlich Wirklichkeit geworden.

 

Bevor Kilmarnock überhaupt reagieren konnte, feierten die Rangers-Supporters bereits den zweiten Treffer ihrer Mannschaft. Nach einer zweifelhaften Elfmeterentscheidung (der gefoulte Spieler hatte zu keinem Zeitpunkt eine Chance an den Ball zu kommen) sorgte „Opfer“ Arveladze vom Penaltypunkt für die endgültige Entscheidung. In der Folge ereigneten sich keine nennenswerten Möglichkeiten mehr – die Rangers feierten einen ungefährdeten Sieg und treffen in der nächsten Pokalrunde in einem „Old Firm-Derby“ auf den ewigen Rivalen von Celtic.

 

 

Auch auf den Zuschauerrängen konnten die Gäste das Duell klar für sich entscheiden, was jedoch aufgrund der vorherrschenden Ticketsituation nicht weiter überraschte: Während der heimische Verein enttäuschenderweise nur 3'000 Tickets absetzen konnte, nutzten die Gäste ihr Kontingent von 8'000 Karten komplett aus. Während der gesamten Partie waren die Rangers-Supporter überlegen, auch wenn sich nur selten die grössere Zahl von Fans an den Gesängen beteiligte.