Tore: Koejoe 1:0 (72.)

 

In Österreich beginnt die Saison im Vergleich zu anderen europäischen Ländern gewohnt früh – eine optimale Gelegenheit endlich den Länderpunkt Österreich zu realisieren statt sich immer nur unwichtigen Testspielen zu widmen. Am Dienstag war das Auftaktspiel der T-Mobile Bundesliga 2004/2005 angesetzt, welches es durchaus in sich hatte: Mein persönlicher Sympathieverein aus Innsbruck empfing im ersten Bundesliga-Spiel nach über zwei Jahren Abstinenz im heimischen Tivoli Neu den amtierenden Double-Gewinner aus Graz. Überraschungen vorprogrammiert…

 

Die erste negative Entdeckung folgte bereits am Ticketschalter: Aufgrund miserabler Organisation und überforderten Verkäufer/innen konnte ich das Innere des Grounds trotz rechtzeitigem Erscheinen erst zur 30. (!) Minute betreten – ein Schicksal, das ich jedoch mit unzähligen anderen Matchbesuchern teilen durfte (Anmerkung: Beim offiziellen Spielbeginn waren knapp die Hälfte aller Besucher auf Ihren Plätzen!). Verpasst hatte ich mit Ausnahme von einigen Torchancen aber nichts – zumindest keine Tore!

 

 

Kurz nach meinem Eintreffen folgte die interessanteste Szene der ersten Hälfte: Der Tiroler Angreifer Mimm wurde im gegnerischen Strafraum eindeutig regelwidrig von den Beinen geholt – die Pfeife des Schiedsrichters blieb jedoch stumm; auch im weiteren Verlauf der Begegnung wurden die Gastgeber des Öfteren vom (Un)Parteiischen klar benachteiligt, was jedoch ohne Folgen blieb. Nach den Seitenwechsel wurden die Innsbrucker immer stärker und konnten als Lohn für ihren tollen Einsatz in der 72. Minute den einzigen Treffer der Partie bejubeln – Koejoe traf nach Kopfballvorlage von Mimm aus kurzer Distanz.

 

Und schliesslich stand auch das Glück auf Seiten der Tiroler, als die Querlatte wenig später den sicheren Ausgleich der Grazer verhinderte. Am Ende blieb es beim viel umjubelten Auftaktsieg für den Aufsteiger. Eine faustdicke Überraschung! Erwähnenswert ist übrigens auch die Leistung des einzigen Torschützen am heutigen Abend: Koejoe fiel insbesondere durch zahlreiche Fehlpässe und missglückte Kunststücke auf, stand aber einmal genau richtig – und darauf kommt es ja bekanntlich an!

 

 

Während dem Ticket-Theater vor dem Stadion habe ich dafür gebetet, dass es kein grossartiges Intro geben wird  - es hat tatsächlich genützt. Die heimischen Supporter verzichteten aus Protest auf einen ausgiebigen Support und entrollten stattdessen einige viel sagende Transparente: „FC Wacker Tirol - Im Zweifel für die Wirtschaft“ und „Wacker Tirol nicht für alle Zeit - WACKER INNSBRUCK für die Ewigkeit“ war unter anderem zu lesen; dennoch war die Stimmung nach der Führungstreffer sehr ausgelassen – sogar die Welle lief mehrmals durch das weite Runde des Tivoli Neu.

 

Die enttäuschend kleine Gruppe aus Graz hantierte zu Spielbeginn mit Kleinstmengen rotem Rauch; während der Partie folgten eine Fackel und ein wenig Konfetti. Und auch wenn die Grazer Anhänger alles gaben, waren sie einfach zu wenige Personen, um einen lautstarken Support zu produzieren.

 

 

Beim Tivoli Neu handelt es sich, wie es der Name schon sagt, um einen modernen Neubau, der auch bei der kommenden Europameisterschaft zum Einsatz kommen soll. Drei Seiten sind komplett mit grauen Sitzen ausgestattet; nur die Tribüne Nord, wo sich jeweils die Innsbrucker Supporter einfinden, besteht noch aus Stehplätzen – eine vernünftige Lösung! Auf der gegenüberliegenden Seite werden jeweils die Gästefans einquartiert; der Ground bietet zudem einen herrlichen Blick auf die Tiroler Bergwelt.