Tore: Larsson 1:0/3:0 (3./93.), Sutton 2:0 (12.)

 

Die ersehnte Flucht aus dem schottischen Ligaalltag führte mich zu einem der vorhersehbaren Höhepunkte meiner Schottland-Tour. In der dritten Runde des UEFA-Cups trafen Celtic Glasgow, als letzter, verbliebener schottischer Vertreter in Europa auf die Überraschungsmannschaft des bisherigen Wettbewerbs von FK Teplice (aus der Tschechischen Republik). Die Rollen schienen dabei bereits vor dem Anpfiff klar verteilt:

 

Die ungeschlagenen „Celts“ waren auf dem besten Wege die letztjährige UEFA-Cup-Finalqualifikation zu wiederholen, während das einzige Ziel der Gäste nach einigen schmerzhaften Abgängen nur lauten konnte, den Schaden in Grenzen zu halten. Vor dem Anpfiff erhielten die heimischen Fans einen Fairplay-Award für ihr Verhalten in der letzten Saison, welcher durch den FIFA-Präsidenten Sepp Blatter überreicht wurde. Als beim Einmarsch der Teams im ganzen Stadion „You’ll never walk alone“ angestimmt wurde, erhielt ich bereits einen ersten Eindruck, wieso die Celtic-Fans diese Auszeichnung wirklich verdient hatten.

 

 

Erst drei Minuten verbrachten die aufgestellten Spieler auf dem Spielfeld, als die Begegnung richtig lanciert wurde: Nach einem optimalen Pass in die Tiefe von Thompson versenkte der schwedische Stürmer Hendrik Larsson den Ball durch die Beine des Teplice-Keepers zum führen Führungstreffer im Netz. Wenig später konnte eine ähnliche Situation vom Torhüter der Gäste erst im letzten Moment geklärt werden, wobei die Attacke gegen Petrov am Rande der Legalität lag.

 

Die tschechischen Aussenseiter sahen sich ständig unter Druck – und nach einer missglückten Kopfball-Rückgabe von Leitner reagierte Sutton am schnellsten und konnte das Leder nach 12 Minuten bereits zum zweiten Mal am chancenlosen Schlussmann vorbei im gegnerischen Gehäuse unterbringen. Eine weitere hochkarätige Chance wurde von Thompson kläglich vergeben, als er aus zehn Metern weit über das Tor schoss.

 

 

In der Folge schalteten die in allen Punkten überlegenen Gastgeber um (mehr als) einen Gang zurück – die gefährlich aggressive Offsidefalle der Gäste, welche mehrmals nicht wie gewünscht zuschnappte, brachte Celtic jedoch immer noch mehrere hervorragende Möglichkeiten, die jedoch alle vergeben wurden. Eine endgültige Entscheidung liess beim Pausenpfiff also noch auf sich warten.

 

Mit einem komfortablen Vorsprung im Rücken beschränkten sich die Gastgeber in den zweiten 45 Minuten auf das „Halten des Balles“, was sich in der Schlussphase aufgrund fehlender Aggressivität fast noch negativ ausgewirkt hätte – nun sahen die Tschechen plötzlich eine grosse Möglichkeit das gewünschte und nicht ganz unbedeutende Auswärtstor zu erzielen, doch die nicht vorhandene Kaltschnäuzigkeit der Teplice-Stürmer sowie der heimische Keeper Douglas verhinderten dieses Unterfangen.

 

 

In der Nachspielzeit konnte sich der Schlussmann der Gäste erstmals auszeichnen, als er einen heimtückischen Schuss gekonnt abwehren konnte. Beim darauf folgenden Eckball war jedoch auch er machtlos, als wiederum Larsson freistehend zum dritten Treffer einnicken konnte, was gleichzeitig (fast) schon die Qualifikation für die nächste Runde bedeutete. Zum Schluss noch ein Wort zu den Gästefans: Ihre Leistung vermag ich insofern nicht zu bewerten, als dass sie sich nicht meinem Blickfeld befanden und meistens von den heimischen Anhängern übertönt wurden – in einigen Augenblicken waren jedoch auch die Teplice-Supporter gut zu hören. Chapeau.