Tore: Sverkos 1:0 (30.), Persson 1:1 (33.)

 

Erst wenige Spieltage waren in der laufenden Bundesliga-Saison absolviert und schon trafen sich die beiden beteiligten Mannschaften auf dem Gladbacher Bökelberg zu einem wahren Abstiegsgipfel – der Zweitletzte empfing den Letzten. Ausserdem heisst es langsam Abschied nehmen vom traditionsreichen Stadion der Fohlen, welches ab der kommenden Saison durch das moderne „Stadion Nordpark“ ersetzt wird.

 

 

Die Gäste aus dem hohen Norden gingen mit einer stark defensiv geprägten Taktik in diese wichtige Partie und beschränkten sich in ihren Angriffsbemühungen auf schnelle Konter, die die Rostocker jedoch nur sehr selten erfolgsversprechend aufziehen konnten. Die Gladbacher hingegen übernahmen von Beginn an die Spielkontrolle, fanden vorerst aber keinen Weg durch das massive Abwehrbollwerk der Hanseaten.

 

Nach exakt 30 Minuten Spielzeit wurde die aufregendste Phase der Begegnung eingeläutet: Zuerst konnten die Fohlen die Betonabwehr der Rostocker nach langem Anrennen doch noch überwinden – Sverkos hämmerte den Ball zur verdienten Führung unter die Latte. Im Gegenzug traf Persson nach einer zu kurzen Faustabwehr von Schlussmann Stiel äusserst kurios und überraschend zum Ausgleich.

 

 

Zwei Minuten später kamen die Fohlen beinahe zum erneuten Führungstreffer; doch der Schuss von Korzynietz landete nur an der Querlatte. Wiederum nur kurze Zeit später erhielten die Gastgeber eine weitere Chance zum zweiten Treffer am heutigen Tag – doch auch van Lent setzte den geschenkten Elfmeter nur an die Torumrandung. „Wer im Abstiegssumpf steckt, dem gelingt gar nichts mehr“, schienen sich die enttäuschten Heimfans wohl zu denken.

 

Aber nicht nur Pech schien einen Torerfolg der Borussia zu verhindern, sondern auch das eigene Unvermögen: Und so setzte der Luxemburger Strasser kurz vor dem Halbzeitpfiff seinen Schuss freistehend aus fünf Metern am Tor vorbei. Auch nach dem Seitenwechsel zeigte sich ein ähnliches Bild: Die Gäste verteidigten das Unentschieden jedoch gekonnt und vor allem Torhüter Schober vermochte zu überzeugen, als er kurz nach Wiederanpfiff einen herrlichen Flugkopfball von van Lent mit einem sensationellen Reflex abwehren konnte.

 

 

Und dann war da ja noch die Torumrandung, die die Rostocker nach 55 Minuten zum dritten Mal vor einem Rückstand bewahrte – Ojigwe setzte seinen gekonnten Heber nur an die Latte. In einer hektischen Schlussphase brachten die Hafenstädter ihren einen Punkt glücklich über die Runde – bei den Gastgebern darf man sicherlich von zwei verlorenen Punkten sprechen, was besonders in einem Heimspiel gegen einen Mitkonkurrenten nur sehr schwer zu verkraften ist.

 

Im Gegensatz zu ihrer Mannschaft gehören die Supporter der Gladbacher sicherlich zu den besten in der Liga. Bereits vor dem Anpfiff herrschte eine atemberaubende Stimmung auf der Nordtribüne. Auch die Wechselsprechchöre, bei welchen sich die komplette Ost-Stehtribüne beteiligte, verdienten sich die Fohlen-Fans die Höchstnoten. Da hatten die angereisten Anhänger von Hansa Rostock einen schweren Stand und dementsprechend selten waren sie auch zu hören, obwohl ich Partie nicht weit vom Gästeblock entfernt verfolgten durfte.