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Tore: Flachi 1:0 (68.), De Sanctis
2:0 (ET/75.) Nach zahlreichen Zu- und Absagen
sollte es in den frühen Morgenstunden des Drei-Königs-Tages mit einer
dreiköpfigen Autobesatzung in den sonnigen Süden gehen – zumindest für mich
sollte es heute heissen: „Mission: Länderpunkt Italien“ (und dies, wenn möglich,
nicht mit einem typisch italienischen 0:0). Nach einer kurzweiligen Fahrt
kamen wir um die Mittagszeit in der norditalienischen Hafenstadt an, um uns
die Zeit erst einmal bei 15 Grad im Hafenareal zu vertreiben. Auch das
Stadion konnte mühelos gefunden werden, nur die Parkplatzsuche in den
unübersichtlichen Strassen von Genua liess unsere Zeitreserve schmelzen wie
das Eis in der prallen Sonne…
Schlussendlich betraten wir den
sehenswerten Ground doch noch mehr als pünktlich:
Verpasst hätten wir in der ersten Hälfte jedoch nichts; auch wenn sich die
beiden Equipen eher zufällig einige Torchancen herausspielen konnten,
beschränkten sich die Akteure grösstenteils auf wenig aufregendes
Mittelfeldgeplänkel - die spielerische Klasse schien der Begegnung insgesamt
eindeutig zu fehlen, was auch meine 0:0-Serie erheblich ins Wanken brachte.
Nach dem Seitenwechsel bemühten sich immerhin die Gastgeber mit einigen
druckvollen Angriffen, damit die Partie auch dem Begriff „Spitzenspiel“
gerecht werden würde und in der Tat wurde „Samp“
dafür belohnt: Nach einem Freistoss auf den weiten Pfosten traf
Publikumsliebling Flachi („Flachigol!“)
unhaltbar aus wenigen Metern. Und nur wenige Minuten später gelangte das
runde Leder via Lattenunterkante und Rücken des Udinese-Keepers
zum alles entscheidenden 2:0 in den gegnerischen Kasten.
Auf der übervollen Südtribüne
zeigten die Sampdoria-Fans zu Beginn eine hübsche
Choreografie mit zwei Blockfahnen, zahlreichen Luftschlagen und „nur“ wenig
Rauch – auch im weiteren Verlauf der Partie hielten sich die pyromanischen
Aktivitäten im heimischen Fanblock durchaus in Grenzen. Insbesondere in der
zweiten Hälfte stach beim Genua der lautstarke Fangesang heraus, welcher sich
nach dem Führungstreffer des Öfteren auch auf die andere Hintertortribüne
übertrug. Aus dem nordöstlichen Städtchen Udine
waren zwar nur wenige Supporter angereist, die der
heimischen Übermacht in punkto Lautstärke verständlicherweise nichts
entgegenzusetzen hatten, aber immerhin vollends durch zahlreiche pyrotechnische
Aktionen in grösserem Stil zu begeistern vermochten.
Das Stadio
Comunale Luigi Ferraris ist wohl „das schönste
Stadion in Italien“ - durch die rote Aussenfassade passt sich der Stadion perfekt
der näheren Stadionumgebung an; insbesondere die riesigen Ecktürme überragen
die umliegenden Gebäude mühelos. Der Ground ist
jedoch kein typisches All-Seater-Bauwerk; auf den
verschiedenen Tribünenteilen wechseln sich bequeme Sitze, einfache Sitzschalen
und alte Holzbänke (jeweils in variierenden Farbtönen) ab – auf den
Hintertorseiten wird prinzipiell sowieso nur gestanden…ungewöhnlicherweise
befindet sich der Gästesektor, durch Plexiglas und Fangnetze von den anderen
Bereichen abgegrenzt, auf der linken Seite der Haupttribüne. In einem nahe gelegenen Imbiss
bekamen wir nach dem Abpfiff trotz grösseren Verständigungsschwierigkeiten
auf umkomplizierte Weise etwas Essbares serviert, dessen genauer Inhalt
jedoch nur erahnt werden kann (eigentlich möchten wir das gar nicht wissen).
Danach machten wir uns wieder auf den Weg zurück in die Heimat, welche wir
erfreulicherweise bereits weit vor Mitternacht erreichten. Fazit: Äusserst
gelungener Ein-Tages-Ausflug! |