Tore: Kpaka 1:0 (26.), Kyuchukov 1:1 (65.), Daerden 2:1 (66.)

 

Erster Teil der Geschichte ist einzusehen bei: KVC Westerlo – FC Zlín

 

Nach einem ausgiebigen Schläfchen wurde Bruxelles nun auch bei Tag erkundigt: Neben dem weltberühmten Atomium konnten auch drei weitere Fussballstadien in Brüssel begutachtet werden: Auf dem Gelände der ehemaligen Weltausstellung wurde das belgische Nationalstadion namens „Stade Roi Baudouin“ (aus tragischem Anlasse auch unter dem früheren Namen „Heyselstadion“ bekannt) sowieso der sehenswerte Nebenplatz „Kleines Heyselstadion“ mit vier alten Tribünen beäugt. In der ganzen Stadt war zudem ein Stadion ausgeschildert, welches sich als „Stade de Fallet“ herausstellen sollte, wo der diesjährige Aufsteiger in die dritte Liga namens WS Woluwe FC seine Heimspiele austrägt.

 

In Genk folgte eine „Fancard-Zeremonie“ von grösserem Ausmass: Neben der Präsentation der Identitätskarte waren auch die Angabe von Adresse, Wohnort und Geburtsdatum zum Kauf eines harmlosen Stehplatztickets nötig. Die Partie war durchaus unterhaltsam – die klare Überlegenheit der Gastgeber führte zu zahlreichen Torchancen vor dem bulgarischen Gehäuse, wobei bereits vor dem Ablauf einer halben Stunde der Führungstreffer für Racing Genk bejubelt werden konnte.

 

Nach dem Seitenwechsel hielten es die Gastgeber jedoch nicht für nötig, mit einem weiteren Treffer eine kleine Vorentscheidung herbeizuführen. Stattdessen zogen sich die Belgier weit zurück und kassierten prompt den ärgerlichen Gegentreffer, als Kyuchukov nach einer ungenügenden Abwehr aus 20 Metern traf. Nun waren die Spieler von Genk plötzlich wieder hellwach – im Gegenzug kamen die Belgier nach einer herrlichen Kombination zum verdienten Siegestreffer.

 

 

Das Intro der heimischen Fans konnte durchaus überzeugen: Zahlreiche Doppelhalter und laute Anfeuerungsrufe hätten wir bei weitem nicht erwartet. Leider musste schnell festgestellt werden, dass der lautstarke Support nur bei Toren oder gelungenen Aktion stattfand – ansonsten war es ziemlich ruhig im gut gefüllten Stadion. Die Anhänger der Gäste, welche sich geschlossen auf der Haupttribüne einfanden, waren nur aufgrund des einmaligen Torjubels sowie der mitgebrachten Bulgarien-Fahne zu erkennen.

 

Bei der Haupttribüne handelt es sich vermutlich um die Überreste des alten Grounds, wobei sich unten blaue Sitzschalen und darüber die stadioneigenen Logen befinden. Die Gegenseite ist (wie auch eine der beiden Hintertorseiten) komplett mit Sitzplätzen ausgestattet – eigene weisse Plätze bilden auf blauem Grund den Schriftzug „Racing Genk“, der sich über die gesamte Gegenseite zieht. Auf der zweiten Hintertorseite befinden sich die einzigen Stehplätze im gesamten Ground; demnach treffen sich dort auch immer die eingefleischten Supporter vom KRC Genk.

 

Auf der Rückfahrt fiel uns in Genk eine kultige (Haupt-)Strasse mit mehreren griechischen und portugiesischen Kneipen auf, woraufhin wir uns entschlossen, das Endspiel der Euro 2004 in einer solchen Hellas-Taverne zu verfolgen. Verständlicherweise war die Stimmung mehr als ausgezeichnet und nach Schlusspfiff feierten die beiden Fangruppen zusammen friedlich den erfolgreichen Ausklang des Grossanlasses in Portugal. Einfach genial! Nach einer nächtlichen Fahrt auf deutschen Autobahnen erreichten wir um 5.30 Uhr die heimischen Breitengrade – ein gelungener Ausflug!