Tore: Fehlanzeige!

 

Aufgrund der hopperfreundlichen Spielansetzungen unter der Woche, ansonsten eher eine Seltenheit in Schottland, konnte die Jagd auf schottische Ground neuerdings auch an Nicht-Wochenenden fortgesetzt werden, auch wenn die Wahlmöglichkeiten am heutigen Tag sehr beschränkt waren, sodass es zur Komplettierung der Premier League wieder einmal in den Norden des Landes ging.

 

 

Eine erste Enttäuschung folgte unerwarteterweise bereits beim Einlass ins Stadion; aus unerklärlichen Gründen musste ich mich mit einem hässlichen, standardisierten Abrissticket begnügen, während (fast) alle übrigen Zuschauer eine „richtige“ Karte bei sich trugen. Kurze Zeit später war jedoch auch meine Wenigkeit dank der Mithilfe eines anderen Zuschauers in Besitz eines Originaltickets.

 

Die Gäste aus Edinburgh, welche an ihrem spielfreien Wochenende genug Zeit hatten den Pokaltriumph gegen die Rangers zu feiern, fanden den besseren Start in dieses Direktduell um einen Playoff-Platz: Dobbie setzte seinen wuchtigen Kopfball nur knapp über das Latte; später folgte ein Weitschuss, der das heimische Tor ebenfalls nur knapp verfehlte.

 

 

Die Spieler (und vor allem die Supporter) von Dundee United fielen ihrerseits mehrheitlich dadurch auf, dass sie sich über verschiedene Schiedsrichterentscheidungen beschwerten, auch wenn ich fairerweise anmerken muss, dass sie zumindest bei heiklen Szene nach 20 Minuten nicht ganz unrecht hatten, als ein United-Spieler nach einem langem Zuspiel nur regelwidrig am Weiterspielen gehindert wurde. Kurz vor der Pause, inzwischen hatten die Gastgeber die Partie in die Hand genommen, wehrte Hibs-Torhüter Andersson den schönen Volleyschuss eines Dundee-Stürmers reflexartig ab.

 

Nach einer Stunde mussten die Hauptstädter bereits ihre zweite verletzungsbedingte Auswechselung vornehmen. Dundee wurde nun merklich stärker; doch wiederum rettete der letztwöchige Pokalheld Andersson den einen Punkt für die Grün-Weissen, als er einen gefährlichen Weitschuss mit den Fingerspitzen entschärfen konnte. Kurz danach forderten die United-Fans, welche ansonsten wie auch die angereisten Hibernian-Anhänger keinen Support leisteten, wiederum einen (Hands-)Penalty – ohne Erfolg!

 

 

In den Schlussminuten wurden die Möglichkeiten für die heimischen Equipe immer eklatanter: Miller scheiterte alleine vor dem gegnerischen Keeper, der seinen Kasten für die Hibs weiter reinhielt. Eine letzte Chance für die Gäste wurde vom Dundee-Schlussmann erfolgreich pariert – und auf der Gegenseite rettete Verteidiger Doumbe auf der Linie für seinen geschlagenen Keeper.

 

Der Schlusspfiff der Unparteiischen bedeutete für United, wenn man den Spielverlauf nüchtern betrachtet, sicherlich zwei verlorene Punkte (aber auch Hibernian kann sich für dieses Remis nichts kaufen) – und für mich das erste torlose Spiel nach genau sechs Monaten und 34 Spielen. Enttäuschend, aber gewiss nicht überraschend.