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Tore: Fehlanzeige! Das Ausland rief bereits seit
längerer Zeit und nun wurde das Ruf meinerseits auch endlich erhört, in der
Hoffnung dem unfreundlichen Schweizer Herbstwetter entfliehen zu können – da die
ungeliebte Jahreszeit jedoch auch schon in Mittelitalien Einzug gehalten
hatte, musste der Fussweg zum Stadion von Cesena (nach vorherigem Hotelbezug in Rimini) in
strömendem Regen in Angriff genommen werden.
Erfahrung Nummer 1 mit den „biglietti nominativi“: Vor dem
Stadion wurden erwartungsgemäss keine Tickets
verkauft, aber es wurde auf eine nahe gelegene Bar verwiesen, wo die Leute in
kleinen Gruppe reingelassen wurden, um an einem
einzigen (!) Computer von drei arbeitsscheuen Italienern nur gegen
Ausweisvorlage eine Eintrittskarte zu beziehen. Obwohl sich nur zwanzig
Personen vor mir befanden, musste eine knappe halbe Stunde in der Schlange
ausgeharrt werden. Also genug Zeit mitbringen… Die Hausherren vermochten sich
schnell ein leichtes Übergewicht zu erspielen, blieben aber vorerst (ebenso
wie die Gäste) harmlos. Mit fortlaufender Spieldauer verbesserte sich auch
die Qualität der Cesena-Chancen merklich; doch die
Torumrandung (nach einem Kopfball) resp. eine Rettungstat auf der Torlinie
verhinderte eine Heimführung. Die Triester besassen
die grösste Möglichkeit bezeichnenderweise im
eigenen Strafraum, als ein missglückter Abwehrversuch nur knapp über das
eigene Gehäuse flog.
Die zweite Hälfte brachte zu
Beginn ein verändertes Bild: Die Gäste suchten ihren Erfolg erstmals in der
Offensive und scheiterten mit mehreren Distanzschüssen jeweils nur knapp. In
der Folge gewannen die heimischen Seepferdchen wieder die Kontrolle über eine
unterhaltsame Begegnung, kamen jedoch trotz weiteren Grosschancen
ebenfalls zu keinem Torerfolg mehr, was sie einer enttäuschenden
Chancenauswertung und einem immer stärker aufspielenden Gästekeeper zu „verdanken“
hatten. Die Stimmung in der heimischen „Curva Mare“ konnte sich wahrlich sehen (und hören lassen);
insbesondere vor dem Seitenwechsel wurde lautstark gesungen. Das
enttäuschende Intro beschränkte sich hingegen auf
wenige Schwenkfahnen und kleine Mengen Papierschnitzel. Die Gäste aus dem
Nordosten positionierten sich in geringer Anzahl hinter dem
gegenüberliegenden Tor und versuchten ihre fehlende Stimmgewalt mit einer
überdurchschnittlichen Bewegung im Block wieder wettzumachen, was ein
ansprechendes Bild abgab.
Das „Stadio
Dino Manuzzi“ (benannt nach dem früheren Vereinsboss)
wurde für höhere Aufgaben konstruiert: Die alleinstehende
Haupttribüne ist komplett mit roten und weissen
Sitzschalen versehen worden und beherbergt auch einen grösseren
Presse- und VIP-Bereich. Auf den restlichen Seiten verläuft durchgehend eine
zweistöckige Tribüne, wobei zumindest der Oberrang vor Regen geschützt ist.
Dabei ist der Unterrang („inferiore“) jeweils mit einfachen Holzbänken in
verschiedenen Farben bestückt und im Oberrang („superiore“)
wurden die tristen Betonelemente mit Holzstücken teilweise in Sitzplätze
umfunktioniert. |