Tore: Pelegrin 0:1 (4.)

 

Vorheriger Teil der Geschichte ist einzusehen bei: Inter Bratislava – MŠK Žilina

 

Erst in der vergangenen Saison war der frühere Europapokalsieger aus der slowakischen Hauptstadt in der Bedeutungslosigkeit der zweiten Liga verschwunden. Somit durfte ich mir im Vorfeld der heutigen Begegnung auch öfters die Frage stellen, wie der grosse Traditionsverein diesen harten Abstieg verkraftet hatte.

 

 

Erste Erkenntnis (ohne näher darauf einzugehen): Die Fans blieben dem Verein treu! Dies schien die eigene Mannschaft jedoch nicht in ihrer Konzentration zu stärken – völlig freistehend kam Pelegrin bereits in der vierten Minute zum Kopfball und erzielte den überraschenden Führungstreffer für Podbrezová. Das Verfolgerduell der II. Futbalova Liga vermochte in der Folge kaum durch herausragende Spielzüge zu überzeugen; vielmehr standen Kampf und Einsatz an erster Stelle.

 

 

Nach dem Pausentee agierten die Gastgeber deutlich entschlossener und suchten vehement den verdienten Ausgleich, was die kompakt stehende Hintermannschaft aus Podbrezová jedoch geschickt zu verhindern wusste. Auch der miserable Schiedsrichter spielte eine nicht unwichtige Rolle, indem er zahlreiche fragwürdige Entscheide gegen die Blau-Weissen traf und auf beiden Seiten massenweise gelbe Karten verteilte. Am Ende blieben alle verzweifelten Angriffsversuche erfolglos, wodurch Podbrezová mit einer geschickten „Mauer-Taktik“ drei glückliche Punkte aus der Hauptstadt entführen konnte.

 

 

Wie bereits eingangs erwähnt, geniesst Slovan weiterhin die Unterstützung eines knapp hundert Mann starken Fanblocks, der sowohl in Sachen Lautstärke als auch bei der Kreativität zu überzeugen vermochte. Als Intro landeten viele Papierschlangen auf dem Spielfeld; kurze Zeit später folgte eine tolle Choreo bestehend aus Papptafeln und Regenschirmen in den Vereinsfarben, wobei auch mehrer Vulkane gezündet sowie ein Spruchband („Sme verni v kazdom pocasi“) entrollt wurde.

 

 

Während der zweiten Hälfte wurde eine weitere Aktion präsentiert: Mehrere blau-weisse Plastikbänder wurden über den Block gespannt und durch das Zünden von sieben Fackeln feierlich untermalt. Beachtenswert, dass dabei die Zuschauer auf der Haupttribüne anerkennend klatschten. Und während die Slovan-Fans mit ihren durchgängigen Gesängen für eine tolle Atmosphäre sorgten, war niemand im Stadion, um den überraschenden Erfolg von Podbrezová zu feiern…

 

 

Das Stadion von Slovan Bratislava, welches auch der Nationalmannschaft als Spielstätte dient, ist ein älterer, komplett in blau gehaltener All-Seater, wobei nur die Haupttribüne und die Gegenseite, welche mit dem Schriftzug „SK Slovan Bratislava“ versehen ist, über eine Überdachung verfügen. Die flachen Kurven sind sehr weitläufig, was auch mit der (über-)grossen Rasenfläche zusammenhängt und die aussergewöhnlichen Flutlichtmasten (bzw. die Anzeigetafel) mit dem osteuropäischen Flair dürfen natürlich auch nicht fehlen.

 

Nach einer kurzweiligen Bahnfahrt nach Wien fand der Tag auch ziemlich schnell ein Ende, denn dir Anstrengungen des zwölften Länderpunktes wurden langsam spürbar und morgen sollte das Programm bekanntlich weitergehen. Fortsetzung hier!