Tore: Barmoš 0:1 (87./ET)

 

Am diesem Wochenende stand der zweite Teil meiner Geschichte „was ich bereits viel früher geplant hatte…“ auf dem Programm. Als eigentliches Ziel wurde erneut ein Land aus dem osteuropäischen Raum auserkoren; nach längerer (Nacht-)Zugfahrt wurde die slowakische Hauptstadt Bratislava am Samstagmorgen auch (fast) pünktlich erreich. Nach einer grösseren Erkundungstour durch das frühere Pressburg machte ich mich in den Nachmittagstunden auf den Weg zum Ground des Erstligisten Inter Bratislava.

 

 

Die einheimischen Zuschauer sahen zu Beginn vor allem Arbeit für den eigenen Keeper, der mehrere gepflegte (aber dennoch harmlose) Angriffe der Žilina-Offensive entschärften musste. Aus heiterem Himmel kamen die Gastgeber in der Mitte der ersten Hälfte zu einer ersten Grosschance, doch der dunkelhäutige Angreifer köpfte das Leder aus zwei Metern Distanz über das Tor. Es war der Startschuss zu einer Anhäufung von gefährlichen Chancen auf beiden Seiten, ohne jedoch einen Torerfolg mit sich zu bringen.

 

 

Nach dem Seitenwechsel übernahm der (völlig verwandelte) Tabellenzweite aus dem östlichen Teil der Republik eindeutig die Kontrolle über die Partie; die Hauptstädter kamen nur noch selten in die Platzhälfte des Gegners – und allfällige Abschlussversuche (mit dem Mute der Verzweiflung) verfehlten ihr Ziel jeweils deutlich. Einem verdienten Führungstreffer für Žilina stand zehn Minuten vor dem Abpfiff nur noch der linke Innenpfosten im Weg; beim erlösenden Siegestreffer musste Glücksgöttin Fortuna trotzdem ein wenig nachhelfen: Verteidiger Barmoš konnte einer scharfen Hereingabe von rechts nicht mehr rechtzeitig ausweichen – ein bitteres Eigentor im harten Kampf gegen den Abstieg.

 

 

Im Voraus hörten sich die (zumeist) dreistelligen Zuschauerzahlen des Hauptstadtvereins sehr enttäuschend an; und auch wenn sich heute bei angenehmen Temperaturen nur wenige Leute ins Stadion verirrten, so war doch wenigstens eine treue Fangruppe der Gastgeber engagiert für gute Stimmung zu sorgen. Das Intro bestand aus mehreren Fackeln, einer durchschnittlichen Menge Rauch sowie fünf Papptafeln, die das Wort „Inter“ bildeten. Während der Begegnung waren die Schlachtgesänge der stimmgewaltigen Truppe jedoch nur noch selten zu vernehmen; aktive Supporter aus Žilina schienen erst gar nicht angereist zu sein.

 

 

Die überdachte Haupttribüne ist komplett mit gelben Sitzen bestückt, wobei in der Mitte ein moderner Bereich für Funk und Fernsehen entstanden ist. Auf der Gegenseite wurden die gleichen Sitzschalen installiert und aus schwarzen Zwischenstücken das Wort „Inter“ gebildet. In den freien Kurven verlaufen durchgehend dreizehn alternde Betonstufen; ansonsten sind auch die riesige Anzeigetafel und die charakteristischen Flutlichtmasten erwähnenswert.

 

Nach dem verspäteten Abpfiff ging es im Laufschritt zum Spiel des Lokalrivalen Slovan Bratislava, welches nur wenige Meter entfernt ausgetragen werden sollte. Zwei Minuten vor Spielbeginn erreichte ich (leicht ausser Atem) den zweiten Ground des Tages…Fortsetzung hier!