|
Tore: Ward 1:0 (4.), Oman 1:1 (ET/30.), Murray 1:2 (85.) Eine aussergewöhnliche
Spielterminierung und ein grösseres Flugschnäppchen
bei Aer Lingus – mehr
brauchte es nicht, um mich spontan am Montagmittag am Flughafen von Dublin
stehen zu lassen. Nach einer ausgiebigen Stadtbesichtigung wurde auch schon
das erste Ziel des Tages angesteuert: Am „Halloween
Matchday“ trafen die Bohemians
Dublin zu Hause auf den aktuellen Tabellenführer aus der südlichen Grossstadt Cork.
Es hatten sich noch nicht alle
Besucher gesetzt, als die Partie in der vierten Minute bereits lanciert
wurde: Ein schönes Durchspiel auf der rechten Seite konnte Ward zur frühen
Führung für die Bohemians abschliessen.
Die Gäste brachte bei einem gefährlichen Freistoss „nur“ einen doppelten
Pfostenschuss zu Stande, worauf die Gastgeber wenig später aus Mitleid
nachhalfen: Der Schlussmann von Bohemians verfehlte
einen halbhohen Rückpass kläglich und das Leder rollte unaufhaltsam zum
verdienten Ausgleich ins Tor. Die Begegnung blieb äusserst
unterhaltsam und mit einer ansprechenden Chancenverwertung hätten mühelos
weitere Tore fallen können. In Hälfte Zwei liessen es die Akteure auf dem Rasen etwas ruhiger
angehen; zwar hatten beide Equipen ihre Druckphase, doch gefährlich wurde es
eher selten. Erst in der Schlussphase nahm die Begegnung wieder deutlich an
Fahrt auf: Beide Teams suchten nun vehement die Entscheidung, welche nach
einem der unzähligen Cork-Eckbälle auch gefunden wurde – Murray traf mit
einem Flachschuss aus spitzem Winkel. Die Einheimischen trafen mit ihrer
letzten Chance in der Nachspielzeit leider nur noch die Torumrandung…
Die irische Meisterschaft
befindet sich in der entscheidenden Phase – entsprechend viele
Schlachtenbummler aus Cork hatten den langen Weg in die Hauptstadt auf sich
genommen und unterstützten ihre Mannschaft fast durchgehend mit lautstarken
Gesängen; zudem wurden zweimal kleine Mengen grüner Rauch gezündet. Die
heimischen Supporter hielten mit ihrer Stimmgewalt
jedoch mühelos dagegen, woraus sich ein tolles Gesangsduell entwickelte.
Erstaunlich auch das zivilisierte Verhalten der Anwesenden, die lasche Blocktrennung
(ein gemeinsamer Eingang!) sowie die hilfsbereiten Sicherheitsleute.
Im Dalymount
Park ist momentan nur die moderne Haupttribüne (mit grauen Sitzschalen)
zugänglich. Die restlichen Seiten bilden eine schönes Zusammenfliessen
von alten und neuen Elementen: Auf einer Hintertorseite verlaufen,
unterbrochen von roten Wellenbrechern, mehrere Dutzend Stehstufen, die auch
auf den beiden übrigen Seiten vorzufinden sind, dort jedoch von roten
Sitzschalen überdeckt wurden. Auf der zweiten Hintertorseite, welche nur
teilweise überdacht ist, sind weitere Überreste von den alten Zeiten zu
sehen, die auch an den charakteristischen Flutlichtmasten zu erkennen sind. |