Tore: Friedrich 1:0 (32.), Schlicke 1:1 (90.)

 

Den Abschluss eines interessanten Tages in der Hauptstadt bildete das Aufeintreffer der beiden Spitzenmannschaften Hertha BSC Berlin und Hamburger Sportverein in der riesigen Baustelle Olympiastadion. Bekannterweise handelte es sich bei dieser Bundesligapartie jedoch eher um einen Abstiegsgipfel als um einen Kampf an der Tabellenspitze der obersten deutschen Spielklasse.

 

 

Bereits eine halbe Stunde vor Spielbeginn, als sich die beiden Teams auf dem Spielfeld aufwärmten, machten die Hertha-Fans klar, was sie heute von der Mannschaft erwarten würden: „Wer nicht kämpft, kann gehen“ stand auf einem grossen Transparent in der Ostkurve. Beim Einlauf der beiden Mannschaft folgte ein weiteres Spruchband: „Hertha im Herzen oder nicht? Zeigt endlich euer wahres Gesicht“. Die zahlreich angereisten Fans aus Hamburg hätten wohl auch für ihre Mannschaft keine anderen Worte finden müssen…

 

Bereits nach wenigen Minuten begannen die Zuschauer wohl zu verstehen, wieso die beiden Equipen momentan in der unteren Hälfte der Bundesliga-Tabelle zu finden sind: Beide Mannschaften agierten zwar aus einer gefestigten Defensive heraus, konnten jedoch nach vorne keine Akzente setzen. So dauerte es knapp 20 Minuten bis die erste Chance bejubelt werden konnte: HSV-Keeper Pieckenhagen konnten einen Weitschuss von Hartmann nur abklatschen, der Hertha-Goalgetter Bobic konnte jedoch auch im Nachschuss keinen Erfolg erzielen.

 

 

Aus dem Spielfluss heraus brachten die beiden Mannschaften jedoch auch danach kaum etwas Zählbares zu Stande. Und so fiel die Berliner Führung wenig überraschend nach einer Standardsituation: „Zecke“ Neuendorf zirkelte einen Freistoss direkt auf den Kopf des freistehenden Arne Friedrich, der ohne Probleme einnicken konnte. Die Gäste konnten in den folgenden Minuten nichts mehr entgegensetzen und gingen verdient mit 0:1 in die Pause.

 

Die Hamburger kamen nach der Pause aggressiver und motivierter aus der Kabine und kamen daher auch immer besser ins Spiel. Nach einer Stunde Spielzeit hatte der eingewechselte Takahara den Ausgleich auf dem Fuss, doch Kiraly rettete den knappen Berliner Vorsprung. Nur wenige Minuten später verpasste wiederum der japanische HSV-Stürmer den ersten Gästetreffer knapp.

 

 

Die Herthaner sahen sich nun immer weiter in die eigene Hälfte zurückgedrängt; doch immer wieder konnte der Berliner Torhüter Kiraly mit einigen gelungenen Paraden den minimalen Vorsprung verteidigen. Als bereits niemand im Stadion mehr an einem Hamburger Treffer glaubte, schlug der Ball (in der zweiten Minute der Nachspielzeit) im Berliner Gehäuse ein: Ein Schluss von Björn Schlicke wurde von Tomas Ujfalusi unhaltbar für den ansonsten souveränen Kiraly abgeleckt.

 

Trotz des schwachen Spiels zeigten die beiden grossen Fangruppen einen ansprechenden Support, der praktisch während dem gesamten Spiel andauerte. Wie bereits eingangs des Berichts erwähnt, machten die Berliner mit ihren Spruchbändern auf sich aufmerksam, währenddessen sich die Gäste auf diverse Arten von Fahnen beschränkten.