Tore: Öztürk 1:0 (7.), Struck 1:1 (31.), Oberreuter 2:1 (36.), ??? 2:2 (62.), ??? 3:2 (93.)

 

Morgenstund hat Gold im Mund“: Und so begann der Tag bereits ungewohnt früh mit der ersten Partie des geplanten Dreiers in Berlin. Im Spitzenspiel der Verbandsliga Berlin empfing der Berliner FC Preussen den letztjährigen Absteiger Köpenicker SC.

 

Der Heimmannschaft kontrollierte das Spiel vom Anpfiff weg und erarbeitete sich bereits in den ersten Minuten einige gute Chancen. Daher war die schnelle Führung für die Preussen durch einen Flachschuss von Öztürk in der siebten Minute auch nicht weiter überraschend.

 

 

Als die Begegnung in der Folge langweilig zu werden drohte, setzten sich die zehn mitgereisten Gästefans erstmals in Szene: Unter den Anfeuerungsrufen seiner Kollegen lief ein KSC-Fan (nur in Unterhosen bekleidet) eine komplette Runde auf der Stadion-Laufbahn. Später sollten eine Arschparade, eine Schuhklatsch-Aktion sowie das Zünden einer Fackel folgen – Entertainment pur!

 

Die Laune der Gästefans verbesserte sich nach einer halben Stunde weiter, als ihre Mannschaft entgegen dem Spielverlauf zum Ausgleich kam: Struck verwandelte einen Elfmeter souverän mit einem präzisen Schuss in die rechte untere Ecke. Gefährliche Aktionen vor den beiden Toren waren jedoch weiterhin rar und dennoch fiel fünf Minuten nach dem Ausgleich ein weiterer Treffer – diesmal wieder für die Preussen durch eine schöne Direktabnahme von Oberreuter.

 

 

In der Halbzeitpause legten sich die unerschütterlichen Fans aus Köpenick sogar noch mit den sich einwärmenden Preussen-Spielern an, die amateurhafterweise sogar auf diese Provokation eingingen – der Platzwart musste eingreifen…

 

Nachdem sich die Gemüter wieder beruhigt hatten, sorgte der Schiedsrichter mit dem Wiederanpfiff für den Auftakt zu einer turbulenten Halbzeit: Kurz nach der Pause wurde ein Gästespieler des Feldes verwiesen, nachdem er einem Gegenspieler absichtlich den Ball ins Gesicht geschlagen hatte.

 

 

Grosse Verwirrung herrschte in der 62. Minute: Nach einer Tätlichkeit eines Preussen-Spielers, die im Übrigen nur mit Gelb bestraft wurde, zeigte der inzwischen völlig überforderte Unparteiische auf den Elfmeterpunkt: So kamen die Gäste zum zweiten Mal durch einen Strafstoss zum Ausgleich. Die Partie war inzwischen sehr intensiv geführt und hätte auf beide Seiten kippen können. Beide Teams brachten es jedoch fertig, die hochkarätigsten Chancen fahrlässig auszulassen.

 

Dann schlug endgültig die Stunde des Mannes mit der Pfeife: Zuerst übersah er grosszügig eine grobe Tätlichkeit am Preussen-Keeper; wenige Minuten später (in der 93. Minute) schenkte er den Gastgebern mit einem erfundenen Elfmeter die drei Punkte zum glücklichen Sieg. Die gleichzeitige Tätlichkeit an einem Spieler des Köpenicker SC schien hingegen wieder niemand bemerkt zu haben. Nur die kleine Gruppe der KSC-Fans schien von diesen Ereignissen unbeeindruckt – sie feierten lieber sich selbst! Es lebe die übertriebene Selbstinszenierung!