Tore: Bieli 0:1 (9.), Vanetta 0:2 (11.)

 

Welch (un)glückliches Los hatte sich die Glücksgöttin Fortuna für „uns Aarauer“ im Achtelfinale des Schweizer Cups aufgespart: Und so sollte die Reise zum vermeintlich leichten Gegner, den aber trotzdem niemand unterschätzen wollte (O-Ton aus dem Aarauer Umfeld), in ein waadtländisches 953-Seelen-Dorf namens Baulmes (ausgesprochen „Bohm“) gehen. Vorneweg: Es sollte heute alles ein wenig sinnlos werden...

 

 

Kurz vor dem Ortseingang einspähten wir ein Feld, welches von uns spasseshalber als heutiger Spielort auserkoren wurde. Umso unverständlicher unsere Reaktionen als sich heraus stellte, dass dieser Acker tatsächlich das örtliche „Stadion“ darstellen sollte. Auch die überförderten Organisatoren und die unverschämten Ticketpreise (wohl beim heutigen Gast abgeschaut...) trugen nicht zur positiven Veränderung unseres Bildes bei. Auf der „Suche“ nach dem richtigen Weg zum Aarauer Fanblock durften wir zudem Bekanntschaft mit einigen „sympathischen“ (Halb-)Franzosen machen, deren Intelligenz wohl nicht für einen solchen „Grossanlass“ auszureichen scheint.

 

 

Folglich stürmten wir erst kurz nach der „Opening Pyro“ (was für ein Ausdruck...) in den Aarauer „Sektor“, wo wir uns aufgrund katastrophaler Sichtverhältnisse kurzerhand eine mobile Tribüne aus Holzbänken zusammenbauten, die unserem Körpergewicht jedoch nicht immer Stand halten konnte. Immerhin konnten wir somit (zumindest ansatzweise) die beiden frühen Aarauer Tore mitverfolgen, wobei der zweiten Treffer sowieso „nur“ eine Art Wiederholung des Führungstreffers darstellte – die Partie war damit gelaufen, worauf wir unsere Aktivitäten auf Zaunklettern (zur Freunde des Sicherheitsdienstes), Pyrozünden (insgesamt konnten knapp zehn Aktionen gezählt werden) und Biertrinken verlagern.

 

 

Auf dem Rasen kontrollierten die Aarauer derweil das Geschehen noch Belieben, wobei dir einheimischen „Fussballer“ (Anmerkung: bei der gezeigten Leistung stellt diese Bezeichnung eine grosse Übertreibung dar) mehr durch niveaulose Pöbeleien als durch fussballerische Glanzpunkte auf sich aufmerksam machten. Dazu passte auch die (Beinahe-) Schlägerei zwischen eigenen Aarauer Fans und einem Baulmes-Spieler, der wohl einfach die Enttäuschung über seine eigene Unfähigkeit nicht verkraften konnte. Aber auch auf solche lächerlichen Provokationen schien heute niemand einzugehen und so wurde vielmehr „Freiheit für Sesa“ gefordert und die erstmalige Viertelfinal-Qualifikation seit 1997 ausgiebig gefeiert.