Tore: Wyness 0:1 (32.), Carignano 1:1 (77.), Neilson 1:2 (89.)

 

Zum ersten Mal seit längerer Zeit zog es ich wieder einmal in den imposanten St. Jakob-Park in der Rheinknie-Metropole. Als Grund dafür soll weniger die akute Donnerstag-Langweile, sondern vielmehr der erste Auftritt „meiner“ Hearts in der Schweiz (seit 40 Jahren) genannt werden.

 

 

Die Basler begannen sehr druckvoll und scheiterten bereits in der Startphase mehrmals nur denkbar knapp; insgesamt war den Gastgebern jedoch anzumerken, dass die beiden Niederlagen in der Meisterschaft und im nationalen Pokal grössere (Negativ-)Spuren in Punkto Selbstvertrauen hinterlassen hatten. Einer der wenigen gepflegten Angriffsversuche der Schotten führte prompt zum überraschenden Führungstreffer durch einen Schuss von Wyness, was einige Supporter gleich dazu bewegte, vom verwunderten Sicherheitsdienst unbeachtet, auf den heiligen Rasen zu stürmen. Kultige Aktion! In den Reihen der Gastgeber fehlte weiterhin das kreative Element – und so mussten die favorisierten Basler unter dem gellenden Pfeifkonzert der launischen Zuschauer mit dem knappen Rückstand in die Halbzeitpause.

 

 

Auch nach dem Seitenwechsel spielten sich die entscheidenden Szenen zum grössten Teil im Strafraum der Schotten ab; inzwischen hatten die Basler jedoch nicht nur mit der eigenen Ideenlosigkeit, sondern auch mit einem stark aufspielenden Keeper auf der gegnerischen Seite zu kämpfen – mehrmals rettete der schottische Nationalkeeper Gordon in extremis. Nach 77 Minuten vermochten die Basler endlich das nordische Abwehrbollwerk zu überwinden: Der eingewechselte Carignano traf nach schöner Einzelleistung unhaltbar in den Winkel. Doch die Gäste machten ihrem Namen alle Ehre: Mit Herz und Kampfgeist kamen sie in der Schlussminute zu einer letzten Chance, als Neilson plötzlich freistehend zum Abschluss kam – Schuss! Tor! 2:1 Hearts! Unbelievable! ;-)

 

 

Die heimische „Muttenzer Kurve“ präsentierte zu Beginn eine gelungene Choreographie mit dem riesigen Transparent „Brave enough to break Hearts“. Auch während dem Spiel konnte sich die Stimmung hören lassen, auch wenn für die Schotten traditionellerweise immer noch gilt: „You only sing, when you’re winning“. Auf jeden Fall liess es sich sowohl im Stadion als auch in der Innenstadt ausgezeichnet mit dem Hearts-Fans feiern, auch wenn es insgesamt äusserst feuchtfröhlich war. Auch die Basler Supporter kamen (in einer keinesfalls vollen MK) stimmgewaltig rüber; nur an der Unterstützung der restlichen Sektoren schien es den erfolgsverwöhnten (bezieht sich insbesondere auf die ständig pfeifenden Zuschauer) Baslern zu fehlen.

 

 

Das Stadion des amtierenden Schweizer Meisters ist für eidgenössische Verhältnisse ein wahrer Vorzeigebau: Der zweistöckige All-Seater (bei Meisterschaftsspielen ist die heimische Fankurve teilweise unbestuhlt) ist komplett mit blauen Sitzen ausgestattet; zudem wurde der Vereinsname in den Unterrang der Gegentribüne eingebaut. Auf der Haupttribüne befinden sich ausserdem die üblichen Logen und Presseplätze; und gleich links davon in der Ecke sind jeweils die Gästefans untergebracht.