Tore: Toth 1:0 (11.), Zinna 2:0 (80.), Miloti 2:1 (87.)

 

Auch im Urlaub darf der Fussball natürlich nicht fehlen – insbesondere, wenn die möglichen Spielziele so nahe liegen wie im heutigen Fall: Am ersten Spieltag der Red Zac Erste Liga, der zweithöchsten Spielklasse in Österreich, empfängt der Aufsteiger aus Altach im heimischen Ground den ruhmreichen Athletik-Sportclub aus Linz – nach Ansicht der üblichen Experten wohl eher eine Begegnung mit zwei Equipen, die sich in den kommenden Monaten in der unteren Tabellenhälfte herumschlagen werden.

 

Vor dem Anpfiff sorgten die „falschen“ Trikots der Gäste, welche farblich mit denjenigen von Altach übereinstimmen, für eine kurze Verzögerung des Anpfiffs – mangels Alternativen liefen die Linzer schlussendlich in den blauen Auswärtsleibchen der Altacher im Stadion ein, was nicht nur beim unwissenden Schreiber dieser Zeilen dazu führte, dass die beiden Mannschaften erst nach mehreren Anläufen richtig zugeordnet werden können.

 

 

Als alle Unklarheiten ausgeräumt waren, sahen die zahlreich erschienen Zuschauer eine frech aufspielende Altacher Mannschaft, die bereits nach etwas mehr als zehn Minuten zum verdienten Führungstreffer kam. In der Folge blieben die Gastgeber weiterhin feldüberlegen; sie zeichneten sich jedoch auch durch das Auslassen von einigen hochkarätigen Chancen aus. Nach dem Pausentee wurden die Gäste aus Linz merklich stärker; dennoch stand die Hintermannschaft des Aufsteigers sehr sicher. Die offensive Ausrichtung der Gäste, die mit aller Macht den Ausgleich anstreben, ermöglichte Altach viel Platz zum Kontern.

 

Nach mehreren vergebenen Chancen folgte nach 80 Minuten die „Szene des Tages“. Zinna stürmte alleine auf den gegnerischen Keeper zu, wurde von ihm regelwidrig zu Fall gebracht, stand aber wieder auf und schoss nochmals auf das Gehäuse, wo der Ball kurz vor der Linie von einem Verteidiger abgewehrt wurde. Nun hob der überzeugende Schiedsrichter den Vorteil (nach dem Foul an Zinna) auf und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Ziemlich kurios – der Gefoulte trat nun selbst an und verwandelte souverän. Kurz vor dem Ablauf der regulären Spielzeit erzielte Miloti noch den Anschlusstreffer für die Linzer, zu mehr reichte es den Gästen aber nicht mehr.

 

 

Die beiden Fangruppen beschränkten sich vor allem auf optische Akzente: Zwei Minuten vor dem Spielbeginn zündeten die Anhänger der Gastgeber eine erste Fackel; beim Einmarsch der Spieler antworteten die Gäste aus Linzer ihrerseits mit fünf Bengalen. Während der Begegnung hielten es die Linzer scheinbar für wichtiger, sich mit den anwesenden Sicherheitskräften anzulegen anstatt ihre Mannschaft nach vorne zu schreien. Und die Altacher Anhänger waren erst wieder nach dem Schlusspfiff zu hören, als sie ihre siegreiche Equipe gebührend feierten.

 

 

Erst wenige Wochen sind seit dem Aufstieg der Altacher vergangen und so präsentiert sich das Stadion Schnabelholz momentan als riesige Baustelle: Neben der sehenswerten Haupttribüne wurden in provisorischem Ausmass eine kleine Zusatztribüne, ein Spielertunnel sowie ein VIP-Zelt für die entsprechenden Dorf-Berühmtheiten installiert. Die restlichen Seiten des Spielfeldes waren bisher von brüchigen Stehstufen umgeben, die nun ausgebessert oder durch passende Stahlkonstruktionen ersetzt werden. Zudem muss auch noch die spärliche Flutlichtanlage auf den neusten Stand gebracht werden – momentan darf im Altacher Schnabelholz wohl nur mit Sondergenehmigung gespielt werden.