Tore: Bieli 1:0 (3.), Vogt 1:1 (26.), Schwegler 1:2 (31.)

 

Das vergangene Wochenende hatte für den heutigen Cupknüller wahrlich eine interessante Ausgangslage geschaffen: Während die Aarauer ihre Niederlagenserie mit der 1:7-Pleite gegen Thun souverän fortsetzten, kamen die ungeschlagenen Innerschweizer nur einen Tag später beim amtierenden Cupsieger aus Wil mit 1:6 unter die Räder. Und heute? Persönlich schlug mein Herz natürlich für die Gastgeber, aber mein Geld setzte ich dennoch auf den unterklassigen Aussenseiter

 

 

Das heisse Derby begann mit einem Paukenschlag: Bereits in der dritte Minute erwischte Bieli den gegnerischen Keeper aus spitzem Winkel zwischen den Beinen hindurch zum frühen 1:0. Da die Aarauer in naher Vergangenheit jedoch schon mehrmals schnelle Führungen leichtfertig verspielt hatten, war es wenig überraschend, dass nun die Luzerner stärker wurden: Zuerst konnte Topscorer Vogt (nach einem Torhüterfehler) mit einem (unabsichtlichen) Handspiel ausgleichen; wenig später sorgte Youngster Schwegler mit einem wuchtigen Kopfball (wieder mit freundlicher Unterstützung der Aarauer Hintermannschaft) für die verdiente Gästeführung.

 

 

In der Folge zogen sich die Luzerner verständlicherweise in ihre eigene Platzhälfte zurück, was jedoch bei der Harmlosigkeit der Aarauer Angriffe keine weiteren Folgen mit sich brachte. Es passte ins Bild der letzten Wochen, dass der Aarauer Stürmer Giallanza – zuvor wie seine Teamkollegen mehrheitlich als Arbeitsverweigerer in Erscheinung getreten – die einzige gefährliche Torchance kläglich vergab. Bilanz des heutigen Abends: Ein gebrochenes Herz, viele geplatzte Träume und ein Wettgewinn, der sogar Herrn Hoyzer zu beeindrucken wüsste… ;-)

 

 

Es waren einzig die zahlreichen Luzerner Anhänger, welche an diesem frühlingshaften Donnerstag einen Hauch von Super League ins ausverkaufte Brügglifeld zauberten. Das sehenswerte Intro mit einem blauen Fahnenmeer, einigen Bengalen und dem Schriftzug „Finale“ überzeugte mehr, als die riesige (aber unhandliche) Choreo der heimischen Fans, die einen Adlerangriff auf das Luzerner Wahrzeichen (Kappelbrücke) zu zeigen versuchten.

 

Die Lautstärke der beiden Fangruppen während der Begegnung war zwar nahezu identisch, jedoch waren nur die Luzerner über die gesamte Spielzeit zu vernehmen. Zu erwähnen sind auch noch die üblichen Derby-Spruchbänder, unter anderem „Scheiss Chatze-Fegger!“ (Aarau) und „Jedem das, was ihm gebührt!“ (Luzern)