Tore: Tcheutchoua 1:0 (3.), Bieli 2:0/3:0 (18./27.), Tachie-Mensah 3:1 (55.)

 

So oft besucht, aber nie dokumentiert. Und daher ging es heute mit Kamera und Notizblock bewaffnet auf ins geliebte Brügglifeld nach Aarau. Dort traf der heimische FC Aarau in der Super League (früher Nationalliga A) auf den Ostschweizer Gast aus St. Gallen im Kampf um einen der vorderen Plätze in der höchsten Schweizer Spielklasse.

 

 

Kaum hatten sich die Zuschauer auf ihren Plätzen niedergelassen, schon lag der Ball ein erstes Mal am heutigen Abend im Netz: Nach einer Freistossvorlage von Wittl konnte der Abwehrspieler Tcheutchoua den Ball nach knapp drei Minuten mit dem Kopf an Torhüter Razetti vorbei im Tor versenken. Die Gäste erholten sich jedoch schnell von diesem Schock und hatten ihrerseits eine hervorragende Ausgleichschance, die der Aarau-Keeper Colomba mit einem sensationellen Reflex zu Nichte machte.

 

Auch wenn sich die Partie ziemlich ausgeglichen gestaltete, agierten die Gastgeber viel effizienter – und so konnten auch die beiden nächsten Chancen in Tore umgewandelt werden, wodurch die Aarauer bereits vor Ablauf einer halben Stunde mit drei Toren führten. Die beiden angesprochenen Treffer wurden dabei ausgerechnet vom, in St. Gallen in Ungnade gefallenen, Rainer Bieli erzielt, der sich damit bei seinem früheren Arbeitgeber nicht weiter beliebt gemacht haben wird.

 

 

Unverständlicherweise zogen sich nach die Aarauer bereits vor der Pause weit in die eigene Platzhälfte zurück, wodurch die Gäste aus St. Gallen optisch überlegen waren, jedoch keine gefährlichen Chancen erarbeiten konnten. Mit dem pünktlichen Pausenpfiff des Schiedsrichters ging es ab zum verdienten Pausentee.

 

Der Trainer der Heimmannschaft konnte seinen Spielern scheinbar auch in der Halbzeitpause nicht klar machen, dass es sich nicht lohnen würde, nur noch hinten drin zu stehen. Doch genau dies schien sich in der Folge abzuzeichnen – es folgten 45 der katastrophalsten Spielminuten, die ich jemals erleben durfte. Wenigsten sorgten die zahlreich angereisten Fans aus St. Gallen mit einer kleinen Pyro-Show nach der Pause für eine gute Stimmung.

 

 

Auch als die motivierten Gäste nach 55. Minute zum ersten Treffer durch Tachie-Mansah kamen, liessen sich die Aarauer nicht beeindrucken und festigten vielmehr ihr Abwehrbollwerk. Auch der heimische Trainer liess sich nun davon anstecken, indem er munter Defensivspieler für Offensivspieler ins Spiel brachte.

 

Die spielerisch limitierten Gäste kamen zwar in der Nachspielzeit noch zu einem Lattentreffer, vermochten jedoch die führenden Gastgeber nie ernsthaft zu gefährden, die es wiederum fertig brachten, dass der Gästetorhüter in der zweiten Halbzeit keinen Ball halten musste, nachdem er zuvor alle Bälle passieren liess. Wenige Minute später wurden die enttäuschten Zuschauer endlich von der „unattraktivsten Halbzeit aller Zeiten“ erlöst.

 

Die beiden Fangruppen liessen sich vom schlechten Spiel jedoch nicht beirren und unterstützten ihre Mannschaften pausenlos, wobei die Gäste in Anzahl und Lautstärke leicht überlegen waren und ausserdem regelmässiger aktiv waren.

 

Fazit: Schwache Begegnung nach erfrischendem Beginn in einem altbekannten Stadion mit neuen Gästekäfig.